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Fußballkreis Grevenbroich/Neuss: Ganz oder gar nicht

VON DAVID BEINEKE - zuletzt aktualisiert: 01.12.2009 - 22:30

Dass Norbert Jurczyk vom Fußballkreis Grevenbroich/Neuss als Ehrenamtler des Jahres ausgezeichnet wurde, kann nicht überraschen. Für den SV Glehn und dessen Nachwuchskicker ist dem 40-Jährigen keine Arbeit zu viel.

Da staunte Norbert Jurczyk (r.) vom SV Glehn nicht schlecht: Hermann-Josef Koch, Vorsitzender des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss, zeichnete ihn als Ehrenamtler des Jahres aus.   Foto:  A. Anders
Da staunte Norbert Jurczyk (r.) vom SV Glehn nicht schlecht: Hermann-Josef Koch, Vorsitzender des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss, zeichnete ihn als Ehrenamtler des Jahres aus. Foto: A. Anders

Wenn Norbert Jurczyk sagt: "Ich bin froh, wenn ich mal gar nichts machen muss", ist es gar nicht so einfach, ihm zu glauben. Denn bei näherer Betrachtung wird klar, dass er eigentlich immer etwas macht. Und weil das seine Freunde wissen, sorgen auch sie dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Als kürzlich die Einladung zu einer Silvesterparty ausgesprochen wurde, war das gleichzeitig mit der Bitte verbunden, ob er nicht auch für Musik sorgen könne. Das verspricht ein rauschendes Fest zu werden, denn Jurczyk hat sich selbst das Motto verordnet: "Wenn ich etwas mache, dann ganz oder gar nicht."

Klar, dass das auch für sein ehrenamtliches Engagement beim Fußballverein SV Glehn gilt. Und so kann es nicht im Geringsten verwundern, dass der 40-Jährige in diesem Jahr vom Fußballkreis Grevenbroich/Neuss als Ehrenamtler des Jahres ausgezeichnet wurde. Kreisvorsitzender Hermann-Josef Koch machte am vergangenen Wochenende einen Ausflug zur Nachwuchs-Weihnachtsfeier der Glehner und überraschte den völlig verblüfften Jugendtrainer mit der Neuigkeit. "Was Norbert Jurczyk in den vergangenen drei Jahren für den SV Glehn geleistet hat, ist schon der absolute Wahnsinn", meint Koch. Dabei hat Jurczyk nicht einmal ein Vorstandsamt inne. Die offizielle Sprachregelung ist, dass er die Führung der Jugendabteilung in Sachen Passwesen und Organisation des Spielbetriebes tatkräftig unterstützt. Doch was sich im ersten Moment recht trocken und relativ überschaubar anhört, macht Jurczyk mit seinem Ideen zu einem bunten Strauß an Aktivitäten zum Wohle des Vereins. "Es geht dabei in keiner Sekunde um mich, sondern nur um den SV Glehn. Ein so kleiner Dorfklub kann nur auf sich aufmerksam machen, wenn er die Eltern spüren lässt, dass ihre Kinder dort gut aufgehoben sind", betont Jurczyk.

Info

Zur Person

Name: Norbert Jurczyk

Geboren: 2. Januar 1969 in Neuss

Wohnort: Glehn

Familienstand: verheiratet mit Susanne, ein Sohn, eine Tochter

Beruf: Stellvertretender Leiter des Amts für Verkehrsangelegenheiten in Neuss

Verein: SV Glehn

Hobbys: Fußball, Laufen, Organisieren

Aufzuzählen, was Norbert Jurczyk in Glehn bislang alles auf den Weg gebracht hat, würde jeden Rahmen sprengen, deshalb nachfolgend nur ein paar Höhepunkte: EM und Futsal-Cup in Kooperation mit der Grundschule Glehn, Teilnahme am DFB-Vereinswettbewerb mit Gewinn des sogenannten Goldcups, Lauftreff und Vorbereitung auf City-Lauf und Schloss-Dyck-Lauf, Teilnahme am Wettbewerb "Sterne des Sports" inklusive eines Preises für die gute Jugendarbeit. Fürs nächste Jahr ist eine Grundschul-WM geplant.

Apropos WM: Jurczyk wird einer der ersten sein, der die deutsche Nationalmannschaft nach dem Spektakel in Südafrika live zu sehen bekommt. Denn der Ehrenamtspreis beinhaltet auch die Aufnahme in den "Club 100" des DFB – einen ganz exklusiven Länderspielbesuch in der zweiten Jahreshälfte inklusive. "Wieder engeren Kontakt zum DFB zu haben, darauf freue ich mich schon ganz besonders", meint Jurzcyk, der gegen Ende seiner Schulzeit schon mal häufiger mit dem mitgliederstärksten deutschen Sportverband zu tun hatte. Da jobbte er nämlich beim Neusser Sport-Informationsdienst (sid). Sein Chef war damals Wolfgang Niersbach, der heute DFB-Generalsekretär ist. Das organisatorische Talent und die Leidenschaft für den Fußball machten ihm Lauf der Jahre sogar zum Leiter der Statistik-Abteilung beim sid, doch hauptberuflich wollte er nicht in den Journalismus. "Ich wusste schon damals ziemlich genau, was ich wollte und das war eine Familie. Mit 60 bis 80 Wochenstunden Arbeit lässt sich das aber nur schwer vereinen", sagt Jurczyk. So schlug er die gehobene Beamtenlaufbahn ein und ist inzwischen stellvertretender Leiter des Neusser Amtes für Verkehrsangelegenheiten. Seine Spezialgebiete: Unfallbekämpfung und Schulwegsicherung. Irgendwie beruhigend, schließlich gilt bei Jurczyk: ganz oder gar nicht.

Quelle: RP

 
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