Geht dem HTC Schwarz-Weiß Neuss in der Rückrunde der Hallenhockey-Bundesliga die Puste aus? Am Freitagabend rettete sich der Spitzenreiter der Gruppe West nach 3;6-Rückstand gegen den Crefelder HTC wenigstens noch in ein Unentschieden.
Am Sonntag reichte es gegen Uhlenhorst Mülheim zwar noch zu einem 3:3-Zwischen- nach 1:3-Rückstand, am Ende stand jedoch mit dem 4:8 die erste Saisonniederlage auf dem Spielberichtsbogen, mit der die Neusser ihre Tabellenführung einbüßten. Sie macht das Rennen um die zwei Play-off-Plätze wieder extrem spannend: Den neuen Spitzenreiter Crefelder HTC (bezwang am Sonntag Gladbach mit 13:5) und den Düsseldorfer HC (setzte sich im Stadtduell mit 19:6 gegen den DSC 99 durch) auf Rang vier trennen gerade mal vier Punkte.
Den letzten der acht Mülheimer Treffer bekam Horst Busse am Sonntag Abend schon gar nicht mehr mit - den setzte Johannes Schmitz Sekunden vor dem Abpfiff ins leere Neusser Gehäuse, nachdem HTC-Trainer Carsten Fischbach vier Minuten zuvor Torhüter Martin Wagner durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatte. Busse eilte da schon treppab Richtung Bierstand, nicht ohne ein Kompliment für die Gäste auf den Lippen: „Der Mülheimer Sieg war absolut verdient, gegen die hatten wir heute einfach keine Chance.“
Da war ’was dran. Vor eintausend seltsam lethargischen Zuschauern wirkten die Uhlenhorster wacher, spritziger, bissiger in den Zweikämpfen alls die Hausherren. Die zeigten eigentlich nur in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit, was sie in der bisherigen Saison ausgezeichnet hatte: flüssiges Kombinationshockey und frühes Stören der Gegner. Folgerichtig machten sie einen 1:3-Rückstand - 0:1 durch Thilo Stralkowski (8.), 0:2 durch Philip Meyer (17.), 1:2 durch Sebastian Draguhn im Abschluss der ersten Neusser Strafecke (18.) und 1:3 erneut durch Philip Meyer (20.) - durch Treffer von Sebi Pelzer, der einen Alleingang aus der Deckung heraus blitzsauber abschloss, und Sekunden später durch Gregor Steins (23.) wieder wett.
Stadtsportverbandschef Wilhelm Fuchs bemerkte da schon auf der Tribüne, was sich nach der Pause als programmatisch erweisen sollte: „Die Abwehrspieler schießen die Tore.“ Weil sie im zweiten Durchgang aber alle Hände voll mit den Mülheimer Angreifern zu tun hatten, gelang ihnen das nicht mehr.
Und weil die Neusser Offensive überhaupt nichts auf die Beine gestellt bekam - die im ersten Saisonabschnitt noch so starken Philipp Weide und Jannik Otto gingen vollkommen unter, Sebastian Draguhn bekam nach der ersten erfolgreichen keine weitere der folgenden sechs Ecken richtig auf den Schläger - fielen die Treffer auf der anderen Seite: Erst durch Stralkowski (31.) und Johannes Schmitz (33.) zum 5:3, und weil im Gegensatz zu Freitag das erhoffte Neusser Aufbäumen ausblieb, durch Tim Leusmann (51., 55.) auch noch zum 6:3 und 7:3.
Bezeichnend, dass das einzige Neusser Tor des zweiten Spielabschnitts, das 4:7 durch Gregor Steins (56.), wiederum durch einen Abwehrspieler vorbereitet und in Person von Jan Gehlen auch noch durch einen Mülheimer vollendet wurde. Selbst in der Überzahl der letzten vier Minuten fiel den Schwarz-Weißen wenig Konstruktives und schon gar nichts Überraschendes mehr ein - die erste Niederlage war perfekt. Verdient war sie allemal.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.