Tore pflastern seinen Weg. Satte 16 Mal hat Philipp Weide in dieser Saison bereits für den HTC Schwarz-Weiß Neuss eingelocht. Gebraucht hat der 25-Jährige dazu lediglich vier Spiele - eine Meisterleistung. Dass sein Team in der Hallenhockey-Bundesliga West ungeschlagen das Tableau anführt, steht in engem Zusammenhang mit seinen bärenstarken Leistungen, und doch kommt für ihn das Votum der NGZ-Leser, die ihn im November zu ihrem „Sportler des Monats“ gewählt haben, ziemlich überraschend.
Und weil das so ist, dauerte es gestern eine Weile, bis die gute Nachricht voll ins Bewusstsein durchgedrungen war. „Sportler des Monats …“, sinnierte er zunächst, um dann fröhlich anzufügen: „Da freue ich mich.“
Carsten Fischbach, sein Trainer bei den Schwarz-Weißen, fragte freilich vorsichtshalber noch mal nach. „Wer hat ihn gewählt?“ erkundigte er sich schmunzelnd, rang sich dann aber doch noch ein dickes Lob ab: „Philipp ist ein excellenter Hallenspieler und extrem wertvoll für uns. Er kämpft bis zum Umfallen und gibt nie auf.“ Ungebremster Elan, der sich mitunter auch in verbalen Scharmützeln zwischen den beiden Bahn bricht. „Hin und wieder bin ich schon ein bisschen hitzköpfig“, räumt Weide ein, „und dann kann es passieren, dass im Eifer des Gefechts, vor allem dann, wenn du total übersäuert bist, mal ein unqualifizierter Kommentar herausrutscht“. Fischbach kennt das Problem - und nimmt’s gelassen: „Da machen wir kein großes Buhei drum.“ Und aus!
Weide redet sowieso viel lieber über die Mannschaft, etwa über seinen Kollegen Jannik Otto. „Der spielt eine Riesensaison.“ Er sei einer der Garanten des Erfolges genauso wie Weltmeister Sebastian Draguhn, „aber bei uns ist nicht alles auf den Basti ausgerichtet“, Tim Blasberg oder Torhüter Martin Wagner. „Die bringen die nötige Erfahrung in solchen Situationen mit“, findet er. Solche Situationen, damit meint er die realistische Chance, wider aller Erwartungen ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen. Weide: „Wir haben uns selber überrascht, aber auch viele Außenstehende. Unser Ziel ist das Viertelfinale, daran kann ja jetzt kein Weg mehr vorbeigehen.“ Auf seine Treffer kann der HTC dabei bauen. „Im Gegensatz zum Feld, wo ich nie der große Goalgetter war, weil ich vor dem Tor oftmals zu hektisch bin, treffe ich in der Halle konstant. Das war auch schon in Gladbach so.“
Erst 2006 war er nach vier Jahren beim GHTC zum HTC gewechselt, wohnt jetzt in Gnadental. Von da ist er ruckzuck in Köln, wo der gelernte Anlagenmechaniker an der Fachhochschule am 1. Oktober das Studium der Versorgungstechnik begonnen hat. Obwohl aller Anfang schwer ist, „im Moment ist alles noch sehr theoretisch, da muss man sich halt durchbeißen“, weiß er schon jetzt recht genau, wohin sein beruflicher Weg führt. Und zwar in ein gerne auch international tätiges Ingenieurbüro, das sich mit der Planung von Großprojekten beschäftigt. Flughafenneubauten wären genau nach seinem Geschmack. Hauptsache groß. „Auf was Kleines habe ich keine Lust!“
Bis dahin will er mit dem HTC noch so manchen Höhenflug erleben. So wie im Moment. „Wir haben richtig Bock auf Hockey, spielen so gut wie noch nie“, darf er unwidersprochen feststellen. Als Senkrechtstarter mit Bodenhaftung könnten ihn die NGZ-Leser bald sogar zu ihrem „Sportler des Jahres“ küren. Das ginge dann aber doch zu weit, findet er. „Da gibt es Leute, die mehr erreicht haben als ich.“ Noch …
Judith Ortwein aus Neuss hat den Waren-gutschein im Wert von 50 Euro vom Skg-Getränkemarkt in Kaarst gewonnen.
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