Das dürfte Seltenheitswert besitzen: Wenn sich morgen (Anwurf 19.30 Uhr) der TV Korschenbroich und der OSC Rheinhausen zum Zweitliga-Duell gegenüberstehen, haben die Gastgeber eine mehr als doppelt so weite Anreise als die Gäste. Denn um mehr Zuschauer anzulocken trägt der TVK die Partie in der Krefelder Glockenspitzhalle aus.
Die ist zwar groß, aber auch dreißig Kilometer von Korschenbroich entfernt. Für die Gäste sind's nur dreizehn – und um das ohnehin Kuriose der Situation noch zu toppen: Am Samstag feierte der OSC dort den ersten Sieg nach dem Zweitliga-Aufstieg (36:29 gegen Neuling Haslach) – weil die eigene Halle wegen eines Badminton-Turniers belegt war, hatten sie ihr Heimspiel zum Glockenspitz verlegt.
Eigens Ballfangnetze angebracht
Khalid Kahn spricht denn auch unverblümt von einem "Auswärtsspiel für uns". Der Trainer hat sich am Samstag Gegner und Halle angeschaut. Die kennt er schon aus Regionalliga-Zeiten, als der TVK wegen eines Wasserschadens im heimischen Domizil dorthin ausweichen musste. Daraus leitet er ein gutes Omen ab: "Da haben wir noch kein Punktspiel verloren."
Daher weiß er aber auch um die Besonderheiten des architektonisch wenig ansprechenden Baus: Tribünen gibt es nur an den Seiten, stattdessen hinter beiden Toren riesige Auslaufflächen – nicht gerade ideal für den Tempo-Handball Korschenbroicher Prägung, denn bis Bälle, die am Tor vorbeigehen, wieder ins Spiel gebracht werden können, vergehen Sekunden, die Gegenstöße oder zweite Welle unmöglich machen. Deshalb hat Khan darauf gedrängt, dass für morgen und Dienstag, wenn der TVK dort in der zweiten Pokalrunde den TV Großwallstadt empfängt, eigens Ballfangnetze angebracht werden.
Beide gehen hohes Tempo
Wohlwissend, dass auch die Rheinhausener "von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas" geben. Khan hofft, dass seine Schützlinge nach überstandener Grippewelle, die zur Spielabsage in Neuhausen zwang, wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind: "Das erste Training mit richtiger Belastung war erst am Mittwoch möglich."
Fällt keiner mehr aus, kann er seine Bestbesetzung aufbieten, Gästetrainer Achim Schürmann muss auf die Langzeitverletzten André Loschinski und Marcel Giesbert verzichten. Dafür steht nach ausgeheiltem Armbruch Torhüter Matthias Reckzeh wieder parat. Der Ex-Dormagener ist nicht der einzige Rheinhausener mit Wurzeln im Rhein-Kreis: Der Ur-Korschenbroicher Lukas Esser und Mirko Bernau spielten einst beim TVK.
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