Aus heimischer Sicht dürfte es der Höhepunkt des Handball-Jahres werden: Morgen um 20.15 Uhr stellt sich im HSV Hamburg der aktuelle Tabellenführer und heißeste Titelanwärter beim TSV Dormagen vor.
HSV Hamburg
Obwohl erst 2002 gegründet - der HSV übernahm die Lizenz des VfL Bad Schwartau - ist der HSV Hamburg einer der erfolgreichsten Klubs der vergangenen Jahre in der Handball-Bundesliga. Er war 2007 und 2009 Deutscher Vizemeister, 2006 DHB-Pokalsieger, gewann 2007 den Europapokal der Pokalsieger und gewann 2004, 2006 und 2009 den Supercup.
Wer keine Karte hat, sollte sich sputen. Denn mit Blick auf die Tabellen- und die sonstige Lage beim TSV Dormagen könnte das Gastspiel des HSV Hamburg morgen ab 20.15 Uhr in der HRC-Arena vielleicht das letzte ganz große Handballfest im Rhein-Kreis auf absehbare Zeit werden. Es kommt nicht nur der aktuelle Tabellenführer der "stärksten Liga der Welt", es kommt auch der heißeste Anwärter auf den Meistertitel.
Zumindest für Kai Wandschneider. "Ich glaube, Hamburg ist dieses Jahr dran", sagt der Dormagener Trainer über den Klub aus seiner Geburtsstadt und macht das vor allem an zwei Namen fest: "Dank Vori und Duvnjak ist der HSV deutlich stärker geworden. Die spielen, als ob sie schon seit Jahren Hamburger wären", urteilt er über die Kroaten, die im vergangenen Sommer beim HSV anheuerten.
Mit Igor Vori, Domagoj Duvnjak, ihrem Landsmann Blazenko Lackovic sowie den französischen Brüdern Bertrand (im Moment verletzt) und Guillaume Gille gehören gleich fünf Akteure aus dem jüngsten Europameisterschafts-Finale zum Kader von Trainer Martin Schwalb. In dem allein der 19-Jährige Marcel Schliedermann ohne Länderspielerfahrung ist. Von seinen deutschen Nationalspielern – angefangen bei Torhüter Johannes Bitter (118 Länderspiele) über Rechtsaußen Stefan Schröder (43), Rückraumspieler Pascal Hens (164) und die Linksaußen Matthias Flohr (1) und Torsten Jansen (167) – muss Schwalb morgen nur auf den aus Witzhelden stammenden Jansen (Muskelfaserriss) verzichten.
Nur der Vollständigkeit halber: Zum Kader gehören außerdem die polnischen WM-Dritten Krzystof und Marcin Lijewski, der dänische Rechtsaußen Hans Lindberg, mit 142 Toren/79 Siebenmetern Spitzenreiter der Bundesliga-Torjägerliste, und der schwedische Nationaltorhüter Per Sandström, der gerade seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat.
Doch Wandschneider macht die gewachsene Stärke des morgigen Gegners nicht nur an Namen fest: "Der HSV hat die Lehren aus der vergangenen Saison gezogen, die nehmen inzwischen auch die 'Kleinen' ernst." Damit spielt er auf die überraschende 27:28-Niederlage der Hamburger in Dormagen an, mit der sie sich früh aus dem Titelrennen verabschiedeten. Eine Wiederholung einer solchen Sensation hält er für kaum möglich: "Wer die Rhein-Neckar Löwen mal eben mit elf Toren abfertigt, spielt für uns in einer anderen Liga."
Was nicht heißt, dass sich der TSV von vorneherein aufgibt: "Wir wollen Moral zeigen und Hamburg zumindest zu einer guten Leistung zwingen," sagt Wandschneider. In Kiel hätten seine Spieler "vor allem in der Anfangsphase zu viel Respekt" gezeigt: "Ich hoffe, mit unserem Publikum im Rücken sieht das morgen anders aus." Noch ein Grund für alle, die ohne Karte sind, sich zu sputen.
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