Düsseldorf war für den HTC SW Neuss endlich mal eine Reise wert. Am Sonntagmittag fügten die Schwarz-Weißen ihrem 15:5-Kantersieg vom Freitag über den Neuling DSC 99 einen 10:6-Erfolg (4:5) im Spitzenspiel beim DHC an und übernahmen damit die alleinige Tabellenführung in der Hallenhockey-Bundesliga.
Was die Gäste dabei in der engen Halle am Seestern insbesondere in der zweiten Hälfte aufs Parkett zauberten, riss selbst den ansonsten nicht unbedingt für euphorische Gefühlsausbrüche bekannten HTC-Trainer Carsten Fischbach förmlich vom Hocker: „Sensationell, wie die Jungs gespielt haben!“
Dass die Neusser zur Pause hinten lagen, war nur ihrer Nonchalance, mit der sie selbst beste Torchancen ausließen, und einem ausnahmsweise mal nicht ganz so gelungenen Auftritt von Martin Wagner im Tor zu verdanken. Die 3:1-Führung nach 18 Minuten durch Treffer von Sebastian Draguhn (2) und Jannik Otto war nur ein höchst unzureichender Ausdruck der wahren Kräfteverhältnisse auf dem Feld.
Fünf Treffer von Philipp Weide
„Wir haben gnadenlos nach vorne gespielt“, lobte Fischbach die erfolgreiche Umsetzung seiner taktischen Anweisung. Der DHC, in der vergangenen Saison immerhin Vizemeister, brachte die Gäste dann jedoch durch seine etwas härtere Gangart in Schwierigkeiten. Während die Schiedsrichter Michael vom Ameln und Lutz Horn zwei Treffern des HTC die Anerkennung verweigerten, drehten Weltmeister Oliver Korn (20./Kurze Ecke), Tobias Bergmann (20.) und Dominic Giskes (23.) mit ihren Toren zum 4:3 den Spieß um. Philipp Weide (29.) glich aus, doch postwendend markierte Alexander Otte, der zuvor auch zum 1:2 (11.) eingenetzt hatte, die 5:4-Führung für die Hausherren.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts aber übernahm Neuss endgültig das Kommando in der Landeshauptstadt - sowohl auf dem Feld als auch auf der kleinen Tribüne. Der erneut bärenstarke Weide (3) und Draguhn, der sich am Sonntag mit dem Nationalteam auf den Weg zu 29. Champions Trophy nach Kuala Lumpur (Malaysia) begab, mit der dritten Strafecke schossen die Gäste bis zur 46. Minute mit 8:5 nach vorne.
Der überragende Otto (Fischbach: „Ich kann wirklich nicht verstehen, warum der nicht längst in der Nationalmannschaft spielt.“) lupfte die Kugel nach feiner Einzelleistung zudem an den Innenpfosten. Das Tor zum 6:8 (50.) von Jan Simon nach Düsseldorfs vierter kurzer Ecke brachte die wie aus einem Guss aufspielenden Schwarz-Weißen nicht mehr in Verlegenheit. Weide mit Treffer Nummer fünf und Pelzer machten den 10:6-Erfolg schließlich perfekt.
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