Verhalten optimistisch, so lässt sich am ehesten die Stimmung im Neusser Ringerlager vor dem samstägigen ersten Heimkampf der Play-off-Runde (Beginn um 19.20 Uhr in der Stadionhalle) umschreiben.
Noch ist zwar offen, in welcher Formation Gastgeber KSK Konkordia Neuss dem SV Wacker Burghausen entgegentreten kann.
Doch KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg hat die zehn Auseinandersetzungen des samstägigen Abends hochgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen: „Wenn wir den Schwung eines guten Starts hinlegen und zur Pause führen, haben wir vielleicht auch mit Ersatzleuten eine Chance.“
Denn, so lehrt die Erfahrung, mit einem Vorsprung im Rücken wachsen vermeintliche Außenseiter oft über sich hinaus.
Zum Personellen
Nichts Genaues weiß man nicht auf Neusser Seite. Wäre am Freitag Kampfabend gewesen, hätten Mahmut Cavusoglu, Max Schwindt und Björn Holk passen müssen.
Kahlenberg hofft, mit Hilfe der unermüdlich arbeitenden medizinischen Abteilung um Mannschaftsarzt Dr. Friedbert Schneider und Physiotherapeut Paul Pesch den einen oder anderen bis Samstag Abend noch fit zu bekommen. Auf jeden Fall nicht dabei nach seiner Kreuzbandoperation ist Sergyi Skrypka, der in der Klasse bis 60 Kilogramm von Anatolij Efremov vertreten wird.
Dessen Bruder Michael wäre gefordert, sollte Cavusoglu für die Klasse bis 66 Kilogramm (griechsich-römischer Stil) ausfallen. Und wenn weder Schwindt noch Holk einsatzfähig sind, muss Sergej Lupin in der Klasse bis 84 Kilogramm (griechisch-römischer Stil) ’ran.
Zu den Chancen
Für den von Kahlenberg erhofften „guten Start“ sollen Mimoun Touba (55 Kilogramm) gegen den neunfachen bayerischen Jugendmeister Andreas Maier sowie Lukacj Banak sorgen.
Der polnische Vizemeister und Dritte der Militär-WM, der in der Klasse bis 120 Kilogramm sein Debüt für den KSK feiert, bekommt es allerdings mit dem Junioren-Europameister von 2004, Theodoros Tounousidis, zu tun.
Weitere Siegchancen sehen die Neusser in der Klasse bis 66 Kilogramm Freistil, in der der Deutsche Meister Samet Dülger auf den Bulgaren Nicolay Kurtev trifft. Der Fünfte der Junioren-Weltmeisterschaften 2005 war trotz zweier Saisonniederlagen der eifrigste Punktesammler der Burghausener in der Bundesliga Süd.
Siegchancen besitzen auch Israfil Duman (74 Kilogramm griechisch-römisch), der im letzten Kampf des Abends auf den finnischen Meister Ville Lehmusvirta trifft, sowie Lucjan Gralak (74 Kilogramm Freistil) gegen den Bulgaren Ivan Deliverski.
Offen erscheinen die Auseinandersetzungen zwischen Jackson Vaillant Cantero (96 kg) und dem Vize-Europameister von 2002, David Otiasvili, sowie von Patrick Loes (84 Kilogramm Freistil) gegen den Bulgaren Miroslav Geschev. Die anderen dürften auf Schadensbegrenzung aus sein - es sei denn, über Nacht kommt es zu Wunderheilungen. Allerdings liegt Burghausen direkt neben Altötting, nicht Neuss.
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