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Ringen: Spitzenduell zwischen Ludwigshafen und Neuss: In zwei Klassen droht die "Höchststrafe"

zuletzt aktualisiert: 07.09.2000 - 20:50

Schon der vierte Kampftag der Zweiten Ringer-Bundesliga West kann eine Vorentscheidung im Titelkampf bringen: Mit der KSG Ludwigshafen und dem KSK Konkordia Neuss treffen morgen Abend die beiden Meisterschaftsfavoriten aufeinander.

Und beide entledigten sich ihrer bisherigen Aufgaben souverän, so dass sich Samstag um 20 Uhr (KSC-Halle am Teichgartenweg in Ludwigshafen) die neben dem ASV Hüttigweiler allein noch ungeschlagenen Teams gegenüberstehen. Eines davon muss ins Gras beißen, und Hermann J. Kahlenberg hofft, dass es nicht sein KSK Konkordia sein wird: "Es wird sehr schwer, aber ich sehe eine Chance für uns", meint der KSK-Präsident, weiß aber auch: "Es wird wohl auf jeden halben Mannschaftspunkt ankommen".

Schwer wird es für die Neusser vor allem deshalb, weil in zwei Gewichtsklassen die "Höchststrafe" von vier Mannschaftspunkten für den Gegner droht: In der Klasse bis 63 Kilogramm, wo Nachwuchsmann Lukas Czechanowski gegen einen Klasseringer wie Kamil Yilmaz wohl nur auf Schadensbegrenzung aus sein kann. Und im Freistil der 76-Kilogramm-Kategorie, wo Christian Jäger zurzeit beruflich auf der Expo so eingespannt ist, dass er weder zu geregeltem Training noch zum Gewichtmachen kommt.

"Sollten wir da tatsächlich acht Punkt abgeben, müssen wir versuchen, das durch ähnlich hohe Siege wettzumachen", zeigt Kahlenberg die taktische Marschroute auf. Dafür kommen allerdings wohl nur zwei Neusser in Frage: Max Schwindt (76 Kilogramm Freistil) gegen Johann Weingärtner, gegen den er vor vier Jahren seine bisher einzige Niederlage im KSK-Dress hat hinnehmen müssen. "Aber da war der Max noch längst nicht so stark wie jetzt", setzt Kahlenberg auf Revanche. Und Erich Marjalke (97 Kilogram), auch wenn er es in Person von Erol Bayram mit einem erstliga-erfahrenen Ringer zu tun bekommt, der im vergangenen Jahr noch in Schifferstadt aktiv war.

Alle anderen Kämpfe dürften knapp werden, wenn auch zumeist mit leichten Vorteilen für die Gäste. So kann es am Ende durchaus zum Paradox kommen, dass Neuss zwar mehr Kämpfe für sich entscheidet, dafür aber weniger Mannschaftspunkte einsammelt als der Bundesliga-Absteiger aus der Pfalz. Ein Neusser Plus sieht der KSK-Chef in 69 Kilogramm (griechisch-römisch), wo Walentin Birk auf den aus Schifferstadt gekommenen Sven Weiß trifft, den er zuletzt bei den Deutschen Einzelmeisterschaften noch besiegen konnte, sowie in 58 Kilogramm, wo auf Sergej Skripka mit dem Ex-Schifferstädter Andre Zoschke "die erste schwere Aufgabe überhaupt" (Kahlenberg) wartet.

Vollkommen offen erscheinen die anderen Auseinandersetzungen: Die zwischen Axel Brenn und Frank Bieber in 54 Kilogramm, die zwischen dem Arnold Brown und Gotsja Papasjwili in 69 Kilogramm (Freistil) und die zwischen dem schon 37-jährigen Franz Seelos und Martin Moizek in der Klasse bis 130 Kilogramm. Vielleicht der interessanteste Kampf des Abends steht in der Klasse bis 85 Kilogramm auf dem Programm: Tobias Nettekoven muss sich da mit Bogdan Daras auseinandersetzen.

Der ist zwar schon vierzig Jahre alt, aber als Ex-Weltmeister immer noch top-fit; so bezwang er im Vorjahr, als der Neu-Neusser für Erstligist Köllerbach rang, Nettekoven mit 3:1. Möglicherweise geben bei den knappen Kämpfen auch die Zuschauer den Ausschlag; die sind nämlich laut Kahlenberg "dafür bekannt, dass sie unheimlich Stimmung machen". Volker Koch



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