Glück und Unglück liegen im Sport oft ganz dicht beieinander. Das bekam der KSK Konkordia Neuss am Samstagabend einmal mehr zu spüren. Denn bei der 14:23-Niederlage im letzten Normalrundenkampf bei der RWG Mömbris-Königshofen musste Mahmut Cavusoglu nach einer 2:0-Rundenführung gegen Bengt Trageser wegen starker Beschwerden in der Leiste aufgeben. Damit verlängert der 66-Kilogramm-Mann die ohnehin schon beträchtliche Verletztenliste des Neusser Ringer-Bundesligisten.
Dem wenig später allerdings das (Los-) Glück dann doch noch hold war. Denn mit dem SV Wacker Burghausen bescherte ihm die Auslosung der ersten Play-off-Runde eine nicht unlösbare Aufgabe. Der Tabellenvierte der Südstaffel, der von seinen 14 Meisterschaftskämpfen nur vier verlor (12:25 und 15:21 gegen Südmeister KSV Aalen, 18:20 gegen den Tabellenzweiten SC Anger und 14:23 gegen den Tabellendritten und früheren Play-off-Gegner des KSK, SV Hallbergmoos), stellt sich am Samstag (29. Dezember, 19.20 Uhr) in der Stadionhalle vor. Der Rückkampf steigt am 5. Januar in der Sportparkhalle in Burghausen.
„Jetzt müssen wir alle Kräfte mobilisieren“, sagt KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg und meint damit nicht nur die auf der Matte: „Wir brauchen Zuschauer. Zur moralischen Unterstützung, aber auch, um mit den Einnahmen die Fahrt zum Rückkampf überhaupt finanzieren zu können.“ Burghausen liegt auf halbem Weg zwischen Passau und München, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Altötting. Die Ringer sind dem mehr als 6 000 Mitglieder starken SV Wacker, benannt nach dem Hauptsponsor Wacker-Chemie, angegliedert, der 24 Abteilungen unterhält.
Die Fußballer stiegen am Ende der vergangenen Saison aus der Zweiten Liga ab, belegen derzeit Rang sieben der Regionalliga Süd, das Tennisteam gehörte vier Jahre der Bundesliga an. Die Ringer vertrauen auf viele bayerische Eigengewächse, ergänzt um einige internationale Spitzenringer wie Nicolay Kurtev, Fünfter der Junioren-WM 2005 in 66 KIlogramm, den bulgarischen Meister in 84 Kilogramm, Miroslav Geschev oder den finnischen Meister Ville Lehmusvirta (74 kg). National am erfolgreichsten ist der 22-Jährige Eugen Ponomartschuk, in diesem Jahr Deutscher Vizemeister in der Klasse bis 84 Kilogramm.
„Wenn wir komplett antreten könnten, hätten wir gute Chancen“, hat Kahlenberg ausgerechnet. Doch auch so hält er ein Vordringen in die Runde der besten Acht für nicht unmöglich, rechnet er doch damit, dass bis Samstag bis auf den am Kreuzband operierten Sergyi Skrypka alle angeschlagenen Ringer wieder fit sein werden.
In Mömbris wagte Patrick Loes vor 400 Zuschauern den ersten Kampf nach längerer Verletzungspause und unterlag Peter Weisenberger nur knapp (0:1, 1:2, 0:2). Die Siege für die Gäste fuhren Samet Dülger (4:0 über Marco Büttner), Israfil Duman (3:0 über Benjamin Stange), Lucjan Gralak (3:0 über Tobias Vogt) und Jackson Vaillant Cantero ein, der den bulgarischen Spitzenringer Plamen Paskalev mit 4:1 in die Schranken wies.
Eher enttäuschend verlief der Auftritt von Radoslav Jankowski im Superschwergewicht, der mit 0:3 gegen Krassimir Kotchev verlor. „Ich denke, wir werden ihn nicht noch einmal einsetzen“, sagt Kahlenberg über den Polen. Am Samstag soll sein Landsmann Lukasc Banak sein Debüt für den KSK Konkordia feiern.
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