Von Klaus Göntzsche
Für die Freunde des Galopprennsports besteht Sonntag zum vorläufig letzten Mal die Möglichkeit, einen Renntag auf der Bahn am Hessentor zu verfolgen. Finale und Höhepunkt der Wintersaison 2002/2003 ist der Directa-Sandbahn Grand-Prix um insgesamt 25.000 Euro, davon 15.000 Euro dem Besitzer des Siegers der 1900m-Prüfung. Im Vorjahr konnte sich Euro Falcon (rechts), geritten von Warren O'Conner, den Sieg beim Sandbahn-Grand-Prix auf der Neusser Galopprennbahn am Hessentor sichern. Euro Falcon ist auch morgen wieder am Start, allerdings mit dem in dieser Saison überragenden Jiri Palik im Sattel. NGZ-Foto: Woi
Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Dotierung um 10.000 Euro gesenkt, ein Zeichen dieser Zeit. In ziemlich letzter Sekunde wurde mit dem Fach- und Schulbuchverleger Hans-Jürgen Buldt auch noch ein Sponsor gefunden. Buldt ist Vorstandsmitglied des Neusser Reiter- und Rennvereins und lebt in Sereetz im fernen Schleswig-Holstein, hat sich in den letzten Jahren aber immer wieder für den Galopprennsport in Neuss enorm engagiert.
Eigentlich müsste für das wichtigste Rennen der Neusser Saison doch auch ein Sponsor aus der Region zu finden sein. Eigentlich. Für das Jahr 2004 könnte sich die Situation des Sandbahn Grand-Prix gründlich verändern. Seit Wochen laufen Gespräche für eine internationale Rennserie in Lingfield (England), Cagnes (Frankreich), Jägersö (Schweden), Neuss und sogar in Rom.
Der Neusser Geschäftsführer Bernd Koenemann: "Die Verhandlungen haben sich verfestigt." Koenemann führte sogar erfolgversprechende Sponsorengespräche - allerdings nicht in Neuss, sondern im Ruhrgebiet. 573.198 Euro sind im vergangenen Jahr in den zehn Rennen an den Wettschaltern umgesetzt worden - immerhin fast vierzig Prozent davon auch direkt auf der Bahn.
In Zeiten der Bescheidenheit wäre man Sonntag Abend mit diesen Zahlen mehr als zufrieden, zumal es diesmal nur neun Rennen sind. Aber für das Publikum ist das angenehmer. 89.913,50 Euro entfielen vom Gesamtumsatz auf den Grand Prix mit damals zwölf Startern.
Auch die Kameras der n-tv-Telewette stehen noch einmal in Neuss: ab 16.10 Uhr mit der Magazin-Sendung, schon die Rennen um 13.50 Uhr, 14.50 Uhr und 15.50 Uhr werden übertragen. Gast der Sendung ist Voltigier-Weltmeisterin Nadia Zülow aus Neuss. Im Vorjahr hat Euro Falcon mit Warren O'Connor den Grand Prix gewonnen.
Der Jockey hält sich derzeit auf Barbardos auf, bis zum Barbados Gold-Cup am 2. März steht er dort für einen irischen Besitzer unter Vertrag. Euro Falcon ist auch diesmal wieder dabei, allerdings mit dem derzeit dominierenden Jockey Jiri Palik, der in der noch jungen Saison schon 24 Rennen gewonnen hat. Das internationale Feld ist absolut vorzeigbar.
Die Gäste aus England und Schweden sind Freitag Abend angereist. Für Mr. Carrera haben die Begleiter aus Skandinavien spezielle Vorrichtungen mitgebracht, die den chronischen Boxenläufer mit möglichst interessanten Spielzeugen davon ablenken sollen, Kraft und vor allem Nerven schon im Stall zu lassen.
Aber diese Unart hält ihn nicht zwangsläufig davon ab, auch auf der Bahn sehr schnell zu laufen. Vom Feld des Vorjahres ist außer Euro Falcon nur noch Denaro dabei, den Waldemar Hickst reitet. Vor drei Jahren trat Aljaarif vom Galopp Club Deutschland im Grand Prix an, damals wurde er Fünfter. Diesmal ist er einer der Außenseiter.
Eigentlich gibt es aber im Feld der 13 Pferde keinen Teilnehmer, der abwertend als Feldfüller zu bezeichnen ist. Das erhöht natürlich die Möglichkeiten für die Kombinationen bei den Dreierwetten. An den Wettschaltern wird Limiros wohl die höchste Notierung finden.
Aber eines sollte man nie vergessen: als er am 24. Februar 2002 das Orsini-Rennen in Neuss gewann, gab es eine Siegquote von 521:10. Zwei Stunden vor dem Grand Prix in Neuss wird in St. Moritz der 64. Große Preis um insgesamt 111.111 Franken entschieden. Favorit ist Vorjahressieger Zatoof mit Andreas Helfenbein.
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