Der TSV Dormagen droht den Anschluss an die anderen Abstiegskandidaten der Handball-Bundesliga zu verlieren. Trainer Kai Wandschneider fordert daher vor dem Heimspiel gegen FrischAuf Göppingen: "Wir müssen die innere Flamme am Leben halten."
Von schlechten Nachrichten aus dem eigenen Lager blieb der TSV Dormagen in dieser Woche verschont: Wirtschaftlich gibt es keine neuen Hiobsbotschaften, personell kann Trainer Kai Wandschneider heute Abend (Anwurf um 19.45 Uhr im TSV-Sportcenter durch die Unparteiischen Ronny Dedens und Nico Geckert aus Magdeburg) ausnahmsweise einmal aus dem Vollen schöpfen, nachdem sich die Nachwuchsakteure Kentin Mahé und Michael Wittig nach überstandenen Infekten wieder im Training zurückgemeldet haben.
Dafür gab es eine schlechte Nachricht von der Konkurrenz: Die HBW Balingen-Weilstetten verließ nach ihrem 31:21-Sieg (nach 14:15-Pausenrückstand) über die HSG Wetzlar erst einmal die Abstiegsränge. Es war nach der 29:30-Niederlage in Düsseldorf bereits die zweite Pleite der Hessen bei einem Abstiegskandidaten. Dumm aus Dormagener Sicht: Zum Saisonauftakt hatte Wetzlar mit 31:24 beim TSV gewonnen.
Handball hilft!
Auch der TSV Dormagen beteiligt sich an der Aktion "Handball hilft!", deren kompletter Erlös der Deutschen Krebshilfe zu Gute kommt. Ersteigert werden kann ein Training mit den TSV-Profis sowie ein Platz hinter der Trainerbank während eines Spiels. Mehr Informationen im Internet unter www.handball-hilft.de
Jetzt droht der Tabellenletzte den Anschluss an die direkte Konkurrenz zu verlieren. "Holen wir in diesem Jahr keine Punkte mehr, wird es ganz, ganz schwer für uns", sagt Wandschneider mit Blick auf das Restprogramm des TSV mit den Partien heute gegen Göppingen, am 20. Dezember in Magdeburg, am 23. Dezember gegen die Füchse Berlin, am 26. Dezember in Düsseldorf und am 30. Dezember bei der HSG Wetzlar. Glück im Unglück: Da Balingen in der Rückrunde alle direkten Konkurrenten noch in der heimischen Sparkassen-Arena empfängt, hat Wandschneider die Schwaben ohnehin nicht auf der Rechnung derjenigen Mannschaften, die seine Schützlinge hinter sich lassen müssen, um über die Relegation oder auf direktem Wege den Klassenerhalt zu schaffen: "Ich denke, das reduziert sich auf Hannover, Düsseldorf und Minden."
Doch auch im Vergleich mit diesem Trio würde ein nicht einkalkulierter Punktgewinn den Dormagenern gut zu Gesicht stehen, das weiß auch der Trainer. Wie seine Schützlinge das bewerkstelligen können, weiß Wandschneider auch: "Kampf, Kampf, Kampf", sagt der 50-Jährige vor der kommenden Partie, "ich will, dass sie um jeden Ball kämpfen. Wir müssen die innere Flamme am Leben halten."
Das wird gegen FrischAuf auch nötig sein. Schließlich kommen die Gäste mit gleich fünf Nationalspielern angereist, die Heiner Brand in der vergangenen Woche für sein Europameisterschafts-Aufgebot testete. Ein Test, der Manuel Späth nicht gut bekam, denn der Kreisläufer und Abwehrchef kehrte mit einer Knöchelverletzung von den Länderspielen gegen Weißrussland zurück und fehlte bei der 29:30-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen. Sehr zum Verdruss von Velimir Petkovic: "Manuel ist das Herz unserer Abwehr. Kjell Landsberg kann ihn aber noch nicht ersetzen, aber das erwarte ich auch nicht von ihm", sagt der FA-Trainer mit Blick auf seinen aus Dormagener gekommenen Neuzugang (siehe: Persönlich).
Während Späth zum erweiterten Kreis der EM-Aspiranten zählt, dürften Mittelmann Michael Haaß (kam aus Minden), Torschützenkönig Lars Kaufmann (kam aus Lemgo), und Rechtsaußen Christian Schöne für die Titelkämpfe in Österreich gesetzt sein. Fünfter im Bunde ist Linksaußen Dragos Oprea. Fehlen wird heute nur der Langzeitverletzte Pavel Horak.
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