Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Im Falle des TSV Dormagen und Christoph Schindler wird dies am 21. April sein, denn dann gastiert der TSV bei dessen neuem Arbeitgeber VfL Gummersbach. Ressentiments auf Seiten der Handelnden sind keine zu befürchten – "Nachkarten bringt nichts", sagen die Dormagener Spieler. Sie tun gut daran, sich ausschließlich mit der Zukunft zu beschäftigen. Denn die wird schwer genug, was den Klassenerhalt angeht – und ist durch den Abgang des besten Torschützen nicht leichter geworden.
Ob die Vereinsverantwortlichen der Begegnung mit ihrem ehemaligen Angestellten genauso gelassen entgegen blicken, ist indes fraglich. Schindler hat mit der Art und Weise, wie und vor allem dem Zeitpunkt, an dem er sich aus dem Staub gemacht hat, bei ihnen für – verständliche – Wut und Empörung gesorgt. Im Gespräch mit den "Kieler Nachrichten" (Ausgabe vom 17. Februar) hat er dem Ganzen noch eine höchst unrühmliche Note verliehen. Dort wird Christoph Schindler zitiert, sein Wechsel sei "keine Entscheidung gegen Dormagen, sondern eine für Gummersbach und die eigene sportliche Zukunft gewesen". Und dann wörtlich: "Keiner weiß wirklich, wie es mit Dormagen weitergehen wird."
Das ist nicht nur in sich unlogisch, sondern schlicht und einfach falsch: Hätte er diese Aussage – und seine Entscheidung, zu gehen – vor sechs Wochen getroffen, wäre das nachzuvollziehen gewesen. Inzwischen, sagen zumindest die Verantwortlichen, ist die wirtschaftliche Zukunft des Dormagener Handballs gesichert – wenigstens so gesichert wie die des VfL Gummersbach. Es hat immer mehr den Anschein, als habe Christoph Schindler einfach schlechte Berater gehabt. Volker Koch
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