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Lokalsport: „Kein Spiel verloren geben“

zuletzt aktualisiert: 06.02.2009 - 22:18

(-vk) Nach knapp sechswöchiger WM-Pause startet Handball-Bundesligist TSV Dormagen am Samstag (17 Uhr, Bördelandhalle) beim Tabellenvierten SC Magdeburg in die noch 16 Meisterschaftsspiele umfassende Restsaison. NGZ-Sportredakteur Volker Koch sprach mit Trainer Kai Wandschneider über die Aussichten für die bis zum 6. Juni dauernde Rückrunde.

Herr Wandschneider, das Saisonziel ist klar gesteckt für den TSV: Da bleiben, wo Sie momentan stehen - auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Kai Wandschneider Es darf auch ruhig einen oder zwei Plätze weiter nach oben gehen. Im Ernst: Unser Ziel lautet nach wie vor direkter Klassenerhalt, was nicht heißt, dass ich im Hinterkopf nicht auch die Möglichkeit einer Relegation berücksichtige. Aber die wollen wir am liebsten vermeiden. Die direkte Abstiegsfrage scheint ja geklärt, das mindert den Druck ein wenig.

Was spricht dafür, dass Sie drin bleiben?

Wandschneider Wir haben die Strukturen und auch die Stärke, es zu schaffen. Allerdings unter einer Voraussetzung: Nach dem Ausfall von Maciej Dmytruszynski darf sich jetzt kein Leistungsträger mehr ernsthaft verletzen. Wenn uns zum Beispiel Florian Wisotzki länger fehlen sollte, können wir einpacken.

Zumal es außer dem Dmytruszynski-Ersatz Sebastian Linder wohl keine Verstärkungen geben wird.

Wandschneider Wenn ich die Signale der Sportlichen Leitung richtig deuten, nein. Dass ich mir noch einen neuen Rückraumspieler gewünscht hätte, ist klar. Aber ich bin heilfroh, dass es unter den aktuellen Voraussetzungen wenigstens mit der Verpflichtung von Sebastian Linder geklappt hat.

Was erwarten Sie von ihm?

Wandschneider Wir alle dürfen bloß nicht zu viel von ihm erwarten. Er ist ein guter Mann, der uns sicher weiterhelfen kann. Er ist nach zwei Wochen auch schon toll integriert. Doch er braucht seine Zeit, weil er athletisch nicht auf unserem Niveau ist, er braucht seine Zeit, um unsere Spielzüge einzustudieren, auch wenn das schon gut klappt. Maciej wird er trotzdem in dieser Saison nicht vollwertig ersetzen können.

Wie wollen Sie trotzdem den Klassenerhalt schaffen?

Wandschneider Durch unbändigen Einsatz und Leidenschaft. Wir dürfen kein Spiel von vorneherein als verloren ansehen, egal gegen wen. Der Spielplan der Rückrunde fällt für uns etwas günstiger aus, weil wir fast nur Heimspiele gegen Mannschaften haben, die in der Tabelle nicht so weit entfernt sind. Die Spitzenteams haben wir ja alle schon gehabt. Allerdings müssen wir von diesen acht Heimspielen Minimum vier gewinnen. Da müssen dann unsere Zuschauer die Hölle loslassen, und auch wir müssen das auf dem Spielfeld tun.

Das wären dann 18 Punkte. Reicht das, um drin zu bleiben?

Wandschneider Ich weiß nicht einmal, ob 20 Punkte reichen, zumal wir im Vergleich mit der Konkurrenz das schlechtere Torverhältnis haben. Wir müssen deshalb versuchen, jeden Zusatzpunkt zu ergattern, den wir kriegen können. In Kiel, gegen Hamburg oder Gummersbach ist uns das ja schon gelungen. Allerdings müssen wir uns auch darüber im Klaren sein, dass sich solche Gegner immer besser auf unsere Spielweise einstellen.

Gegen Stralsund haben Sie so einen Zusatzpunkt aber auch abgegeben?

Wandschneider Den sich die Mannschaft aber direkt in Wetzlar zurückgeholt hat. Genau das zeichnet sie aus, dass sie bisher aus solchen Tälern immer wieder herausgefunden hat. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen, auch wenn es mal ein paar Wochen keine Punkte für uns gibt. April und Mai, das werden die entscheidenden Monate werden. Die Mannschaft ist jetzt schon reifer vom Kopf her als zu Saisonbeginn, darin setze ich meine Hoffnung für die entscheidende Phase.

Wer sind die Hauptkonkurrenten?

Wandschneider Alle, die in der Tabelle in unmittelbarer Umgebung stehen, also Balingen, Wetzlar, Minden und vielleicht auch Großwallstadt. Für uns könnte sprechen, dass in einigen dieser Klubs Unruhe herrscht, in Wetzlar oder Großwallstadt zum Beispiel, wo feststeht, dass die jeweiligen Trainer zum Saisonende gehen müssen. Das Gute bei uns ist, dass es innerhalb der Mannschaft und auch zwischen Mannschaft und Trainer zu einhundert Prozent stimmt.

Quelle: NGZ


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