Der muntere Kick um Punkte – für so ziemlich alle Fußballer, die mit dem runden Leder nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist das kaum mehr als eine schöne Erinnerung. Auch an diesem Wochenende punktet nur der Winter.
Rhein-Kreis Reinhold Dohmen, Staffelleiter der Fußball-Landesliga, hat die Faxen dicke. "Ich hab's langsam satt mit dem Schnee", stöhnt er und spricht damit fast allen Amateurkickern aus der Seele. Denn auch eine gute Woche vor dem geplanten Ende der Winterpause rollt für sie das runde Leder höchstens im TV.
Landesligist TuS Grevenbroich zum Beispiel hat seit dem 6. Dezember nicht mehr um Punkte gespielt. Mehr als das mit 2:0 gewonnene Testspiel beim A-Kreisligisten VfL Jüchen/Garzweiler steht für die Schützlinge von Trainer Uwe Kühn nicht zu Buche. Zwei Versuche, die Nachholspiele gegen Uedesheim und Rheydt auszutragen, sind bereits fehlgeschlagen. Auch an diesem Wochenende tut sich im Schloss-Stadion nichts. "Wir haben bis auf die Kunstrasenplätze alles zugemacht", teilte Sportamtsleiter Friedbert Hamacher gestern mit: "Und wir haben den Vereinen gesagt, dass sie auf Kunstrasen spielen können, wenn sie schnee- und eisfrei sind." Da der TuS nur über je einen Rasen- und Aschenplatz verfügt, fällt die für morgen angesetzte Partie gegen den SV Uedesheim erneut aus.
Hallenturnier
Sollte es im nächsten Jahr wettermäßig noch mal so übel für die Fußballer kommen, schlägt Franz-Josef Esser, Sportlicher Leiter beim TuS Grevenbroich, ein Hallenturnier der besten Teams vor, "um die frustrierten Spieler ein bisschen bei Laune zu halten".
Auch die Landesliga-Fußballer des VfR Neuss und des 1. FC Mönchengladbach, die eigentlich morgen nachsitzen sollten, können zu Hause bleiben. "Es wird auf keinen Fall gespielt", sagt Ralf Criens, nicht nur Co-Trainer bei den Grün-Weißen, sondern auch Platzwart im Stadion an der Hammer Landstraße: "Es ist wieder Schnee gemeldet und der Frost bleibt im Boden." In der Niederrheinliga steht der komplette 20. Spieltag auf der Kippe. Drei auf Mittwochabend vorgezogene Partien fielen bereits aus und auch das Gastspiel des SC Kapellen in Straelen ist abgesagt. "Die Rasenplätze sind ohnehin gesperrt und die Asche ist eine einzige Hügellandschaft", sagte Straelens Abteilungsleiter Stephan Dix gestern Morgen. Am Nachmittag sperrte die Stadt dann alle Plätze. "Und das ist gut so", stellte Kapellens Vorsitzender Jupp Breuer erleichtert fest.
In der Bezirksliga erwartet Jüchen/Garzweiler Holzheim zum Nachholspiel. Die Jüchener verfügen zwar über einen Kunstrasen, trotzdem ist die Begegnung stark gefährdet. VfL-Vorsitzender Christoph Sommer: "Die Tendenz geht zur Absage." Noch übler sieht es für das Derby zwischen dem TuS Liedberg und dem VfB Korschenbroich in der Kreisliga A aus. Da den Hausherren nur zwei Rasenplätze zur Verfügung stehen, kann sich TuS-Trainer Josef Neues "nicht vorstellen, dass bei uns gespielt wird".
Und das schlägt aufs Gemüt, weiß Franz-Josef Esser, Sportlicher Leiter beim TuS Grevenbroich. "Bei Trainern und Spielern macht sich langsam Unruhe breit."
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