Interview: Warum Trainer Kai Wandschneider den TSV Dormagen im Abstiegskampf als Außenseiter sieht und mit welchen Mitteln er trotzdem den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga schaffen will.
Dormagen Mit dem Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke beginnt am Freitag (19.45 Uhr, HCR-Arena) für den TSV Dormagen der lange Endspurt in der Handball-Bundesliga. Momentan steht der TSV auf einem Abstiegsplatz, das möchte Trainer Kai Wandschneider bis zum Saisonende am 5. Juni ändern. Wie er das erreichen will, verriet der 50 Jahre alte Handball-Lehrer im Gespräch mit der NGZ.
Herr Wandschneider, die EM-Pause neigt sich dem Ende zu. Wie hat der TSV die spielfreie Zeit genutzt?
Kai Wandschneider: Die Pause hat gut getan, sie war auch bitter nötig. Das Training war sehr gut, und das Auftreten der Mannschaft in den Testspielen hat mich überzeugt, auch wenn man solche Vergleiche sicher nicht überbewerten darf.
Auftakt am Freitag
Mit der Partie gegen den TuS N-Lübbecke endet am Freitag die EM-Pause der Handball-Bundesliga. Anpfiff in der HRC-Arena ist um 19.45 Uhr, nach dem Schlusspfiff soll dort eine große Karnevalsparty gefeiert werden.
Der Kader, mit dem Sie am Freitagdas Unterfangen Klassenerhalt starten, ist gleich geblieben. Wird sich das bis zum Ende der Wechselfrist am Sonntag noch ändern?
Wandschneider: Ich gehe davon aus, dass wir mit dem gleichen Kader die Saison zu Ende spielen.Einen Spieler zu bekommen, der uns wirklich auf Anhieb weiterhilft, dürfte sehr schwer sein, denn der Markt gibt nicht viel her im Moment. Und wenn, dann sind diese Spieler für uns unbezahlbar. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass uns bis zum Sonntag auch keiner verlässt.
Gibt es Signale in diese Richtung?
Wandschneider: Mir hat bis jetzt kein Spieler gesagt, dass er gehen will. Ich weiß aber, dass Christoph Schindler auf der Wunschliste einiger Vereine steht, was nach seinen bisherigen Saisonleistungen ja nicht verwundert. Ich hoffe, er bleibt bei uns – und das über das Saisonende hinaus.
Die Konkurrenz hat personell nachgerüstet. Welchen Effekt das hat, sieht man ja bei der HSG Düsseldorf, für die Bostjan Hribar beim Sieg in Minden elf Tore erzielte. Sehen Sie sich dadurch im Hintertreffen?
Wandschneider: Leichter wird unsere Aufgabe durch die Spielerverpflichtungen der Konkurrenz nicht. Auch Minden soll, wie man hört, noch zwei Neue holen. Wir sind dadurch im Abstiegskampf Außenseiter, aber das waren wir von Saisonbeginn an. Realistisch betrachtet wäre der Klassenerhalt eine Sensation.
Verraten Sie uns, warum Sie ihn trotzdem schaffen?
Wandschneider: Weil wir schon in der Hinrunde einige positive Überraschungen geschafft haben und die auch im Rest der Saison schaffen werden. Weil wir ein gut eingespieltes Team sind, weil uns mannschaftliche Geschlossenheit auszeichnet und weil meine Spieler immer bereit sind, an ihre Grenzen zu gehen – manchmal auch darüber hinaus. Das müssen sie aber auch, sonst haben wir keine Chance.
Wie viele Punkte braucht man, um nicht abzusteigen?
Wandschneider Vor Saisonbeginn haben die meisten von 18 Punkten gesprochen. Die müssen es mindestens sein.
Das heißt, Sie müssen noch zehn Punkte holen. Wie soll das gehen?
Wandschneider: Wir haben einen etwas günstigeren Spielplan als in der Hinrunde. Wir haben mit Minden, Hannover und Düsseldorf drei direkte Konkurrenten zu Hause, und es kommen noch weitere Teams nach Dormagen, die nicht zu den Übermannschaften zählen. Da können wir mit unserem phantastischen Publikum im Rücken vielleicht etwas reißen. Und wir haben in der Hinrunde auch den ein oder anderen Punkt liegen gelassen, weil keiner wusste, ob und wie es hier weitergeht. Jetzt haben fast alle Spieler ein Vertragsangebot, jetzt wissen alle, dass Sie in der nächsten Saison hier in einer guten Mannschaft spielen können – in der Ersten oder der Zweiten Liga.
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