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Lokalsport: Kommt jetzt Khalid Khan?

VON TOBIAS KÄUFER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2007 - 21:30

Die Aufgabe gleicht einem Himmelfahrtskommando: Mit 2:24 Punkten rangiert der TV Korschenbroich am Tabellenende der Zweiten Handball-Bundesliga. Bereits am Freitag wartet das vorentscheidende Abstiegs-Endspiel bei der HG Oftersheim-Schwetzingen, gleich danach das schwere Heimspiel gegen den starken Aufsteiger Coburg.

Nicht die beste Ausgangsposition, um einen neuen Coach zu finden, der den Aufsteiger aus der tiefen Talsohle herausführen soll. „Das Telefon hat nicht stillgestanden“, berichtet TVK-Manager Jupp Grimm und war ob der zahlreichen Bewerber, die sich selbst ins Spiel brachten, ein wenig überrascht. Doch die Verantwortlichen aus dem Handballdorf haben klare Vorstellungen: „Erstens muss der neue Trainer schnell verfügbar sein und zweites ein klares Konzept mitbringen“, sagt Grimm.

Auf Khalid Khan treffen all diese Eigenschaften zu - er dürfte der heißeste Kandidat auf die Nachfolge von Olaf Mast sein. Der gab nach zweieinhalb erfolgreichen Spielzeiten und einem halben glücklosen Jahr am Sonntag auf. Ernsthafte Versuche, ihn umzustimmen, gab es seitens des Vorstandes auch nicht mehr, beide Seiten waren offenbar erleichtert, dass das „Leiden“ ein Ende hatte. Khan ist 42 Jahre alt, kennt die Liga aus seiner Zeit als Co-Trainer von Dormagens Chefcoach Kai Wandschneider noch recht gut und formte zuletzt die DJK BTB Aachen (unter anderem mit Simon Breuer) zu einem Regionalliga-Spitzenteam. Der in Münster geborene Vollzeittrainer ist derzeit in der ambitionierten Nachwuchsarbeit beim TSV Bayer Dormagen eingebunden, wäre aber für ein Engagement in der Ersten oder Zweiten Bundesliga sofort zu haben.

Und eine Verpflichtung Khans wäre wohl auch das erhoffte Signal in Richtung Sponsoren: Im Falle eines Abstiegs in die Regionalliga wäre Khan auch ein Mann, der in der Lage wäre, einen ambitionierten Neuaufbau glaubhaft zu verkörpern. Ihm würde ein möglicher Abstieg angesichts der verheerenden Ausgangslage auch nicht angelastet werden. „Unterhalten kann man sich immer“, sagte Khan der NGZ am Montag und schließt eine Tätigkeit beim TVK nicht aus: „Der TV Korschenbroich wäre sicher eine interessante und spannende Aufgabe.“ Khan sagt aber auch: „Diese Ausgangslage ist mit Respekt zu betrachten.“

In der Mannschaft gibt es derweil klare Vorstellungen: „Der neue Mann braucht ein Konzept, um uns vor allem im Angriffsspiel wieder torgefährlicher zu machen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir auf allen Positionen Tore erzielen können“, sagt Kai Faltin. Der Vize-Kapitän nutzt die Gelegenheit, sich noch einmal beim alten Coach zu bedanken: „Er hat sehr gute Arbeit geleistet und wird sicher immer in positiver Erinnerung bleiben. Der Tatsache, dass er den Weg freigemacht hat, gebührt großen Respekt.“ Doch auch Faltin weiß, dass der Nachfolger es nicht leicht haben wird: „Die Zahlen sprechen ja gegen uns, obwohl wir in einigen Spielen bewiesen haben, dass wir auch gewinnen können.“

Zu den Spekulationen um den neuen Korschenbroicher Coach, der bereits am Freitag auf der Bank sitzen soll, wollte Grimm am Montag Abend nichts sagen: „Es gibt nichts zu vermelden“, erteilte der Manager allen Spekulationen, die Bundesliga-GmbH habe sich mit Khan bereits geeinigt, eine Absage. Dass die beiden Gesprächspartner aber bereits in der Vergangenheit in einem regen Gedankenaustausch standen, dürfte die Verhandlungen sicher nicht schwerer machen. Nur Außenseiterchancen haben dagegen Wolfgang Brandt, der bereits zwei Mal den TVK betreute, Carsten Hirschfelder (TVK II) oder Co-Trainer Dirk Wolf. Ernsthafter sind da schon die Überlegungen mit Nils Lehmann, dem Ex-Bundesliga-Coach der HSG Düsseldorf, der seit deren Abstieg in die 2. Bundesliga auf ein interessantes Angebot wartet.

Was ein Trainerwechsel bewirken kann, zeigt das Beispiel von Mitaufsteiger SG Wallau-Massenheim: Der verlor nach der 27:30-Niederlage in Korschenbroich zwei Spiele in Folge, trennte sich daraufhin von Carsten Bengs und siegte unter der Regie von Neu-Trainer Mike Fuhrig gleich mit 33:28 über den HSC Coburg.

Quelle: NGZ

 
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