Bereits zum dritten Mal nach November 2006 und Oktober 2008 wählten die NGZ-Leser die Rommerskirchenerin Lara Broich zur "NGZ-Sportlerin des Monats". Trotzdem freut sich die "Sportlerin des Jahres 2008" über diese Auszeichnung.
Lara Broich
Geboren: 6. November 1989
Wohnort: Rommerskirchen
Vereine: TTC Vanikum, TTC Brauweiler, Bayer Uerdingen, TuS Uentrop
Größte Erfolge: Sieg bei der Westdeutschen Endrangliste 2008, 3. Platz bei den Westdeutschen Meisterschaften 2010
Als Lara Broich am Freiag durch ihr Handy einen Anruf in Abwesenheit signalisiert bekam und sie im Display die Nummer der NGZ-Sportredaktion erkannte, ahnte sie schon den Grund für die versuchte Kontaktaufnahme. "Ich habe gleich meine Mutter gefragt, wann die Frist für die Sportlerwahl abgelaufen ist. Und als die mir sagte, dass das am Donnerstag war, habe ich mir schon gedacht, was los ist", erklärte die Rommerskirchenerin in Diensten des Tischtennis-Zweitligisten TuS Uentrop, nachdem sie zurückgerufen und die Sportredaktion ihr die frohe Botschaft überbracht hatte. Für ihren dritten Platz bei den Westdeutschen Meisterschaften, der ihr die erste Medaille bei Landesmeisterschaften der Frauen einbrachte, wählten sie die NGZ-Leser zur Sportlerin des Monats Januar.
Für die 20-Jährige schon so etwas wie Routine. Denn bereits im November 2006 und im Oktober 2008 lag sie in der Leser-Gunst ganz vorne, Anfang vergangenen Jahres setzte sie sich als Krönung sogar bei der Jahres-Abstimmung durch. "Ich freue mich trotzdem riesig, denn angesichts der Konkurrenz, die teils sogar bei internationalen Sportereignissen dabei war, habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich tatsächlich wieder gewinnen kann", sagte Broich im Brustton der Überzeugung.
Woran es gelegen hat, dass es doch wieder gereicht hat, weiß sie nicht. Denn weder sie selbst noch ihre Mutter, die in der Vergangenheit ziemlich aktiv war, haben dieses Mal die Werbetrommel gerührt. Erst die Kinder, die sie bei ihrem Heimatverein TTC Vanikum jeden Dienstag trainiert, haben sie überhaupt darauf aufmerksam gemacht, dass sie zur Wahl steht. "Vielleicht haben die ja für mich abgestimmt und auch noch ihren Freunden Bescheid gesagt", spekuliert Lara Broich.
Es ist aber auch gut möglich, dass viele Rommerskirchener neben ihren guten sportlichen Leistungen anerkennen, dass die 20-Jährige eine von ihnen geblieben ist, obwohl sie wegen des großen Talents ihr sportliches Glück schon lange in der Fremde gesucht hat. Inzwischen ist sie beim TuS Uentrop gelandet, mit dem sie im vergangenen Jahr die Rückkehr in die 2. Bundesliga schaffte. Dort spielen die Uentroperinnen als Aufsteiger eine starke Saison, rangieren im oberen Mittelfeld der Tabelle und haben sich schon aller Abstiegssorgen entledigt.
Doch geht es nach Lara Broich, soll im Bundesliga-Unterhaus noch nicht Schluss sein, sie will gerne den Sprung in Deutschlands Elite-Klasse schaffen. "Natürlich habe ich das im Hinterkopf. Wenn aber nicht nur als Ersatz für ein Spiel, sondern mindestens eine ganze Saison", sagt die Rommerskirchenerin. Die Chancen, dass das gelingt, steigen in der nächsten Saison jedenfalls um ein Vielfaches. Denn die Frauen-Bundesliga kehrt von Dreier- zu Vierer-Teams zurück. Doch weil selbst Bundesliga-Spielerin nur begrenzt von ihrem Sport leben können, hat Broich gerade ein Psychologie-Studium an der Fernuniversität in Hagen begonnen. Nach einem Semester ist sie zuversichtlich, dass sie das richtige Studienfach gewählt hat. Am Ende könnte sie sich vorstellen, als Sportpsychologin zu arbeiten: "Psychologen finden im Sport immer größere Akzeptanz. Ich denke, das ist ein Berufsfeld mit Zukunft."
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