Ungewohnt leise Töne sind vor dem Kick des FC Büderich am Sonntag im Schloss-Stadion gegen den TuS Grevenbroich aus dem Lager des Landesliga-Neulings zu vernehmen. „Dieses Mal will ich den Mund mal nicht so voll nehmen“, kündigt FC-Trainer Micky Foehde an.
„Mit einem Punkt wäre ich so was von zufrieden, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Ihn bedrückt noch immer der spielerisch anspruchsvolle, aber kämpferisch seltsam blutleere Aufritt seiner Mannen am vergangenen Wochenende im Kellerduell mit Giesenkirchen (0:2).
„Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Jungs das Spiel auf Gedeih und Verderb gewinnen wollten“, moniert der Polizeibeamte, der unter der Woche mit einer Thrombose im linken Unterschenkel eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte. Er vermisste komplett Einstellung und Leidenschaft. „Aber das ist wohl das Problem dieser Pommes-Frittes-Generation, früher hätten wir in Steine gebissen.“
Im Gegensatz zu seinem Kollegen Frank Borchardt, der sich nur um den Einsatz von Björn Line von de Berg sorgt, plagen Foehde allerdings nach wie vor akute Personalprobleme.
Die Sperre von Andreas Kindler, der Mann für die zentrale Position in der Abwehr-Viererkette, ist zwar abgelaufen, doch dafür hat es jetzt die Sturmspitze Sinisa Vaskovic böse erwischt. Der Blick auf die lange Liste nicht einsatzbereiter Akteure lässt Büderichs Trainer freilich nicht verzweifeln. „Wir fahren mit Elf dahin, und gut is’!“
Wesentlich gelöstere Stimmung herrscht in der Schloss-Stadt. Der 1:0-Erfolg in der Liga über den BV 04 Düsseldorf und mehr noch die kühne Vorstellung im Niederrheinpokal gegen RW Essen (1:4) haben die Hoffung genährt, dass es mit der hochkarätig besetzten Mannschaft nun endlich bergauf geht.
Dass seine Elf nach dem Highlight gegen RWE in ein Leistungsloch fallen könnte, befürchtet Borchardt nicht. „Alle Mann sind an Bord, es kann sich also keiner hängenlassen, sonst droht ihm die Bank.“ Gegen den BV 04 erwischte es sogar Goalgetter Olaf Weber.
In Düsseldorf stürmte Oliver Müller an der Seite von Michele Fasanelli, gegen Essen bildeten Müller und Weber das Sturmduo und Fasanelli rückte ins offensive Mittelfeld.
Auch wenn Borchardt den Gegner „fußballerisch für nicht so schlecht“ hält, „die hatten viele Rote Karten und Verletzungen zu verkraften“, traut er seinen Schützlingen schon zu, „diese Mannschaft auszuspielen“. Allerdings nur, „wenn es uns mal gelingt, die Konzentration über 90 Minuten aufrechtzuerhalten“.
Als Motivationshilfe dient ihm die Tabelle. Als Sechster trennen den TuS vier Punkte von Nettetal auf Rang vier. „Und wir haben jetzt in den Heimspielen gegen Büderich und nächste Woche gegen Hilden-Nord eine große Chance, Boden gutzumachen.“
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