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Lokalsport: Letzter Test vor dem Ernstfall

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 25.08.2009 - 21:30

Freitag in einer Woche steht gegen die HSG Wetzlar das erste Meisterschaftsspiel für Handball-Bundesligist TSV Dormagen auf dem Programm. Heute Abend gegen den SC Sélestat hat Trainer Kai Wandschneider zum letzten Mal die Gelegenheit, seine Formation zu testen.

Findet langsam die richtige Bindung zu den neuen Nebenleuten: Spyros Balomenos, der vom Ligakonkurrenten Balingen-Weilstetten zum TSV kam.  Foto:  H. Jazyk
Findet langsam die richtige Bindung zu den neuen Nebenleuten: Spyros Balomenos, der vom Ligakonkurrenten Balingen-Weilstetten zum TSV kam. Foto: H. Jazyk

Eigentlich gilt ja eine verpatzte Generalprobe als gutes Omen. Doch Kai Wandschneider stellt vor der heutigen Partie (Anwurf um 18.45 Uhr im TSV-Sportcenter, die Tageskasse öffnet eine Stunde früher) seiner Schützlinge gegen den französischen Zweitligisten SC Sélestat, dem letzten Testspiel des TSV Dormagen vor dem Meisterschaftsstart am kommenden Freitag (4. September) gegen die HSG Wetzlar unmissverständlich fest: "Das Spiel will ich gewinnen."

Schließlich sind die Dormagener nach eher durchwachsenem Beginn der Vorbereitung jetzt seit fünf Testspielen unbesiegt. "Natürlich waren das nicht unbedingt erstklassige Gegner", sagt Wandschneider mit Blick auf die Siege über die Zweitligisten aus Essen, Friesenheim, Altenholz und Nordhorn und die Isländer von Kopavogs. Doch gegenüber den eher missmutigen Tönen, die der Trainer zwischenzeitlich anschlug, schaut Wandschneider mittlerweile wieder etwas zufriedener drein.

Info

SC Sélestat Handball

Der letzte Dormagener Testspielgegner kommt aus dem Elsass, genauer aus Sélestat, einer 20 000-Einwohnerstadt rund 40 Kilometer südwestlich von Straßburg. Der Klub stieg 1989 in die Erste Liga auf, wo er, unterbrochen von zwei Abstiegen, bis zum Frühjahr spielte, bevor er in die Zweite Liga abstieg. Aufgrund des geringen Etats betreibt der SC Sélestat eine intensive Jugendarbeit, aus der unter anderem Olympiasieger Thierry Omeyer hervorging. Christian Omeyer, der Bruder des beim THW Kiel im Tor stehenden Franzosen, läuft weiterhin für Sélestat im Rückraum auf.

Zwar muss er heute und vielleicht auch zum Saisonstart immer noch auf die verletzten Florian Wisotzki und Christoph Schindler verzichten. Doch "einige Spieler haben in der zurückliegenden Woche echte Fortschritte gemacht", sagt der Handball-Lehrer. Das gilt vor allem für Spyros Balomenos. Den Griechen mit dem wallenden Haupthaar, am Ende der abgelaufenen Spielzeit vom Liga-Konkurrenten Balingen gekommen, hatte der Trainer zunächst schon in die Schublade "nur bedingt zu verwenden" einsortiert. Mittlerweile hat der 30-Jährige seinen skeptischen Übungsleiter durchaus überzeugt: "Hinten steht er gut. Und falls Flo und Christoph länger ausfallen, kann er uns in der Verfassung, wie er sich zuletzt präsentiert hat, auch im Angriff weiterhelfen." Beim Schindler-Cup in Hamburg, den der TSV gewann (die NGZ berichtete) musste Balomenos aufgrund der Personalnot im linken Rückraum von 105 von 120 Turnierminuten durchspielen "und hat das gut gemacht", lobt Wandschneider.

Was wohl auch auf den zweiten Griechen im TSV-Aufgebot abfärbt, denn auch mit Konstantinos "Dinos" Chantziaras ist der Trainer erstmals seit dessen Verpflichtung im Dezember vergangenen Jahres zufrieden: "Er ist im Aufwind." Wegen Adduktorenproblemen ist der Einsatz des Linkshänders heute Abend allerdings fraglich, auch der von Michiel Lochtenbergh, der im Finalspiel gegen Nordhorn umknickte, könnte gefährdet sein.

Während ein Ausfall von Chantziaras Probleme bereiten würde – der zweite Halbrechte Kristian Nippes hat wegen seines Einsatzes bei der Junioren-WM in Ägypten, die er mit dem Titelgewinn krönte, noch kein Testspiel mit dem TSV bestritten – ließe sich der von Lochtenbergh eher kompensieren: Denn wie der niederländische Linksaußen ist auch sein "Vertreter" Max Holst in guter Form. Überhaupt, findet Wandschneider, seien die "Youngster" – neben Holst (20) noch Kentin Mahé (18), der aus der Reserve aufgerückte Kreisläufer Michael Wittig (20) und der von Kras Volendam zum Höhenberg gekommene Rechtsaußen Bobby Schagen (19) – eine Bereicherung. "In der Breite sind wir genauso aufgestellt wie in der vergangenen Saison", sagt Wandschneider. Eine Verbesserung erhofft er sich zwischen den Torpfosten, wo sowohl der aus Berlin gekommene Jens Vortmann als auch das zwischenzeitliche Sorgenkind Vitali Feshchanka "sehr überzeugende Leistungen" abgeliefert hätten. Gegen Sélestat, das am Wochenende Zweitliga-Neuling HG Saarlouis mit 29:28 bezwang, sollen beide spielen. "Im Feld werden wir noch ein bisschen experimentieren", kündigt der Trainer an, auch wenn er unbedingt gewinnen will.

Quelle: RP

 
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