Nur der Russe Alexej Yakimenko war stärker als Nicolas Limbach. So blieb dem Dormagener Säbelfechter nach seiner 13:15-Finalniederlage "nur" die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Leipzig. Doch seine anfängliche Enttäuschung wich schnell der Freude über den Erfolg.
Ein Interview mit Nicolas Limbach lesen Sie in der Ausgabe vom 20. Juli.
Leipzig Eine falsche Taktik kostete Nicolas Limbach den Europameistertitel – so blieb dem amtierenden Weltmeister und Weltranglistenersten vom TSV Bayer Dormagen am Ende "nur" die Silbermedaille im Säbelwettbewerb der Herren bei den Fecht-Europameisterschaften in Leipzig.
Doch enttäuscht war Nicolas Limbach nur im ersten Augenblick: "Na klar ärgere ich mich über die verpasste Chance, denn Europameister im eigenen Land kann man nicht alle Tage werden." Um so mehr, als er die "zweite Halbzeit" des Finalgefechts gegen den Russen Alexej Yakimenko eindeutig dominierte. Doch das reichte nicht mehr, um den 3:8-Pausenrückstand aufzuholen.
"Wir hatten uns eine Taktik überlegt, aber Yakimenko war darauf bestens vorbereitet", schilderte der 24-Jährige die Anfangsminuten des Gefechts, in denen "ich auch ein paar Fehler gemacht habe. Die Pause hat mir dann gut getan, aber der Abstand war zu groß." So triumphierte der zwei Jahre ältere Russe schließlich mit 15:13 und löste damit seinen Landsmann Venjamin Reshetnikov als Europameister ab.
Den Titelverteidiger hatte Limbach zuvor im Viertelfinale mit 15:12 bezwungen, weshalb er Silber im Nachhinein auch als "tollen Erfolg" wertete: "Ich hätte auch letzte Acht 'rausfliegen können, schließlich musste ich da gegen den Europameister fechten. Und gegen den kann man durchaus verlieren."
Im Halbfinale ließ der Dormagener dann dem Ukrainer Oleg Shturbabin beim 15:8 keine Chance. Zuvor hatte es nach einem Freilos in Runde eins ein 15:4 über Andriy Yagodka (Ungarn) und ein 15:7 über seinen Vereinskollegen und Trainingspartner Benedikt Beisheim gegeben. "Das ist natürlich blöd, wenn man so früh aufeinandertrifft", meinte Limbach, "bei einem anderen Turnierverlauf hätte der Bene noch weiter nach vorne kommen können". So landete Beisheim schließlich auf Platz 15 (siehe eigenen Bericht).
Was den Vize-Europameister ebenso wie Platz zwölf für den Deutschen Meister Jörg Hübner (Tauberbischofsheim) mit Blick auf den Mannschaftswettbewerb am Dienstag vorsichtig optimistisch stimmt: "Wir sind zwar Außenseiter, aber vielleicht können wir mit dem Heimvorteil im Rücken für eine Überraschung sorgen."
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