Schlägt der HTC SW Neuss morgen (16.30 Uhr) daheim den Neuling Rheydter SV, ist ihm der Klassenerhalt in der Hockey-Bundesliga so gut wie sicher. Ein Sieg würde sogar die kleine Hoffnung aufs DM-Viertelfinale nähren.
Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der HTC Schwarz-Weiß Neuss das Klassenziel in der Hockey-Bundesliga noch verpassen würde. Zum Start der Rückrunde hat das Team um den seit Mittwoch 22 Jahre alten Kapitän Gregor Steins nicht nur sechs Punkte mehr auf seinem Konto als das noch sieglose Schlusslicht Rheydter SV, sondern liegt auch im Torverhältnis ziemlich deutlich vorn (+26). Selbst der einst auch in Neuss tätige Trainer André Schiefer, der mit dem Neuling morgen (16.30 Uhr) in der Stadionhalle vorstellig wird, sieht im HTC keinen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt mehr: "Neuss ist schon zu weit weg."
Nikolaus beim HTC
Der HTC SW Neuss möchte die Partie gegen Rheydt als Familientag nutzen. Es lockt eine Tombola und für die kleinsten Schwarz-Weißen bringt der Nikolaus Geschenke mit in die Stadionhalle.
Und trotzdem misst SW-Coach Andreas Bauch der Partie Endspiel-Charakter zu: "Gewinnen wir, geht ja vielleicht doch noch etwas in Richtung Viertelfinale. Verlieren wir, könnte es, wenn es ganz dumm läuft, sogar noch mal eng werden." Den 11:6-Sieg seiner Mannen zum Saisonauftakt in Rheydt hatte er zwar aus beruflichen Gründen verpasst – ihn vertrat sein Co-Trainer Oli Peters –, doch weil er selbst lange das Trikot des RSV trug, weiß er genau, wie die Gäste ticken. "Das ist eine gefährliche und unangenehme Mannschaft, die für jede Überraschung zu haben ist."
Schiefer bestätigt das und verweist auf die "unglückliche 7:9-Niederlage in Düsseldorf, wo wir schon mit 7:5 geführt hatten". Bauch hat das natürlich registriert, will den Gegner jedoch "nicht besser machen als er ist. Und um uns in der Tabelle noch zu überflügeln, müsste Rheydt wegen des schlechteren Torverhältnisses eigentlich noch drei Spiele gewinnen." Das scheint ausgeschlossen, können sich Kölner, Mülheimer und Krefelder im knüppelharten Kampf um die Plätze eins und zwei im Westen doch keine Ausrutscher erlauben.
Schiefer weiß das selbstverständlich, sieht seine Truppe indes nicht unter Druck. "Klar, absteigen wollen wir nicht. Müssten wir am Ende aber wirklich wieder zurück in die 2. Liga, wäre das kein Weltuntergang. Das träfe uns nicht unvorbereitet." Den Neussern wiederum würde ein Sieg über Rheydt den Rücken frei machen, um ganz entspannt das Führungstrio anzugreifen. Qualität ist vorhanden: Sebastian Draguhn ist mit 22 Treffern nach Florian Keller von den Zehlendorfer Wespen (24) der zweitbeste Torschütze der Liga. Patric Lunau-Mierke und Philipp Weide haben jeweils acht Tore auf ihrem Konto, der zuletzt stark verbesserte Lukas Blasberg vier. Erfolgreichster Torjäger der Rheydter, die mit den Ex-Neussern Uli Klaus und Mathis Steindor anreisen, ist Matthias Gräber mit elf Treffern.
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