Heute beginnt der CHIO Aachen, das Weltfest des Pferdesports. Auch einige Aktive aus dem Rhein-Kreis sind in der Soers dabei, unter anderem Springreiterin Rebecca Golasch sowie Frederic und Gilbert Tillmann. Los geht's aber zunächst mit den Voltigier-Wettbewerben.
"Ja, jetzt kribbelt es", bestätigt Springreiterin Rebecca Golasch. Die Kaarsterin ist schon ein wenig aufgeregt. Dabei zählt sie eigentlich zu den Nervenstarken ihrer Zunft. Bisher behielt sie im Parcours immer einen kühlen Kopf. Das will sie auch am Dienstagnachmittag. Dann galoppiert Rebecca Golasch das erste Mal im Sattel des Schimmelhengstes Lassen Peak in das berühmte Springstadion der Aachener Soers. Das Paar wurde von Bundestrainer Otto Becker für die internationale Tour im Rahmen des CHIO Aachen nominiert, dem größten und prestigeträchtigen Reitturnier der Welt.
"Es kommt einem Ritterschlag gleich, wenn der Bundestrainer solches Vertrauen in uns setzt", findet die 31-Jährige. Zwar ist sie die amtierende Deutsche Meisterin bei den Damen, aber in Aachen zu reiten, "das war immer ein Traum von mir". Dass sich dieser Traum jetzt erfüllt, kann sie noch gar nicht glauben. Sie ist fest entschlossen, beim Weltfest des Pferdesports – so wird der CHIO auch genannt – ihr absolut Bestes zu geben – und sich so beim Bundestrainer für weitere große internationale Auftritte zu empfehlen. "Ich werde es genießen, auf Lassen Peak in das Stadion zu galoppieren", versichert sie. Dass ihr dabei schätzungsweise 50 000 Zuschauer zujubeln werden, beunruhigt sie nicht – im Gegenteil. "Das macht die Atmosphäre aus."
CHIO im Fernsehen
Von den Wettbewerben des CHIO Aachen berichtet der WDR im Fernsehen umfangreich. Los geht's am Sonntag, wenn zwischen 15 und 17 Uhr der Nationenpreis im Voltigieren mit Beteiligung des TSV Grimlinghausen übertragen wird. Die nächste Übertragung folgt am Dienstag von der Eröffnungsfeier (16 bis 18 Uhr).
Es ist der Mythos CHIO Aachen, der das Kribbeln in ihrem Bauch verursacht und der jedes Jahr rund 350 000 Zuschauer in die Soers lockt. Rund 360 Aktive aus 24 Nationen werden mit rund 520 Pferden in den fünf Disziplinen an den Start gehen. Mit einem Etat von 10,3 Millionen Euro gehört der CHIO, der seit 1924 ausgetragen wird, auch zu den teuersten Veranstaltungen der Welt. Rebecca Golaschs Ziel für Aachen ist klar definiert: Den Großen Preis erreichen! Nur die besten 40 Paare sind dabei.
Auch die Brüder Frederic und Gilbert Tillmann haben sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Sie starten in einer Rahmenspringprüfung des CHIO, dem Jagdspringen über Gräben und Wälle am Samstagabend in einer Woche – eine Ehre, die nur vier Rheinländern zuteil kommt. "Wir wollen guten Sport zeigen – und die Atmosphäre genießen", sagen die beiden Grevenbroicher unisono.
Gilbert Tillmann schonte aus diesem Anlass sein Toppferd Hello Max am vergangenen Wochenende, ritt bei den Landesmeisterschaften nur am ersten Tag eine lockere Trainingsrunde. "Schließlich wollen wir uns ins Aachen besonders fit präsentieren", so der Hufschmied. Sein älterer Bruder Frederic Tillmann wird seine Nummer eins im Stall, den Hengst Arizona Pie, mit dem er erst am vergangenen Wochenende Silber bei den Landesmeisterschaften holte, reiten. "Wenn ich schon mal in Aachen reite, dann mit meinem besten Pferd", betont er.
Alles zum CHIO im Internet unter www.chioaachen.de.
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