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Lokalsport: Mut der Verzweiflung nicht belohnt

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 09:38

Trotz des Fehlens von vier Stammspielern und trotz eines kapitalen Fehlstarts von 0:6 kämpfte Handball-Bundesligist TSV Dormagen bei der 31:36-Niederlage in Melsungen bis zum Umfallen. Zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen verhinderten ein besseres Ergebnis.

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Dienstag in Mannheim

Wenig Zeit zum Wundenlecken bleibt dem TSV: Morgen (20.15 Uhr, SAP-Arena Mannheim) gastiert er bei den Rhein-Neckar Löwen, die am Sonntag den TSV Hannover-Burgdorf durch ein Tor von Patrick Groetzki drei Sekunden vor Schluss 27:26 nach 7:13- und 23:25-Rückstand bezwangen.

Kassel 44 Minuten und 35 Sekunden waren gespielt am Samstagabend in der Rothenbach-Halle, da drohte der Eklat: Gerade war Sebastian Linder bei einem der zahlreichen Anspielversuche erneut unsanft gestoppt worden und lag schmerzverkrümmt im gegnerischen Wurfkreis, als Daniel Tellander das Spielgerät seelenruhig per Gegenstoß zum 26:21-Zwischenstand für die MT Melsungen im Dormagener Gehäuse versenkte.

In diesem Moment, gestand Trainer Kai Wandschneider hinterher, stand die Partie auf der Kippe: Teammanager Thomas Dröge habe ernsthaft überlegt, die Mannschaft vom Feld zu holen. Doch der TSV, zwei Minuten zuvor neben seinen sonstigen Ausfällen auch noch durch eine zweifelhafte Rote Karte für Maciej Dmytruszynski weiter reduziert, hielt bis zum bitteren Ende durch, das ihm eine zumindest in dieser Höhe unverdiente 31:36-Niederlage (Halbzeit 12:16) und dank des gleichzeitigen Balinger 29:21-Sieges über Schlusslicht GWD Minden das Abrutschen auf den Relegationsplatz bescherte.

"Als hätten wir es nicht so schon schwer genug", meinte Wandschneider mit Blick auf Andreas und Marcus Pritschow. Die Zwillinge aus Stuttgart, mit der Leitung dieser für den Verlauf des Abstiegskampfs nicht ganz unwichtigen Partie betraut, wurden dieser Aufgabe zu keiner Zeit gerecht. Auf der Pressekonferenz nach dem Schlusspfiff fand Wandschneider noch diplomatische Worte: Beide "spielerisch und kämpferisch guten Mannschaften" hätten unter "einer ausgesprochen schlechten Schiedsrichterleistung gelitten". Hinterher wurde er deutlicher: "Wir sind um unsere Chance gebracht worden, hier für eine Überraschung zu sorgen." Die war möglich, obwohl sich am Freitag Konstantinos Chantziaras krank gemeldet hatte und der TSV so nur noch mit zwei Linkshändern – einem 20- und einem 22-Jährigen – anreiste. Dem standen in Alexandros Vasilakis (30) und dem letztjährigen Bundesliga-Torschützenkönig Savas Karipidis (30) zwei 150-fache griechische Nationalspieler gegenüber. Das Ergebnis: Bobby Schagen (6) und Kristian Nippes (7) erzielten 13 Feldtore, die beiden Melsunger 12.

Die Überraschung war auch möglich, obwohl sich der TSV einen kapitalen Fehlstart – 0:6 nach sieben Minuten – leistete, an dem die Pritschow-Zwillinge mit ungeahndeten Fouls an Sebastian Linder gleichfalls Anteil hatten. Doch die Dormagener traten unbeeindruckt auf, getreu dem Motto ihres Trainers, nach dem sie in dieser Saison wirklich nichts mehr zu verlieren haben. Und siehe da, nach 18 Minuten hatten sie sich bis auf 8:10 herangekämpft, acht Minuten später auf 12:14, auch, weil Jens Vortmann erneut zwischen den Pfosten glänzte. Ausgerechnet in eigener Überzahl scheiterten dann Schagen (2) und Nils Meyer drei Mal innerhalb von sechzig Sekunden an dessem kurz zuvor eingewechselten Kollegen Robert Lechte. Melsungen zog wieder auf 16:12 davon, was Dormagens Ex-Torhüter Joachim Kurth schon zur Pause mit Blick auf die Unparteiischen zur Überzeugung brachte: "Hier haben wir keine Chance". Er sollte Recht behalten.

Quelle: NGZ


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