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Lokalsport: Nach Kür nun die Pflicht

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 - 21:30

Gegen die Rhein-Neckar Löwen hat sich GWD Minden zuletzt gut aus der Affäre gezogen. Gegen den TSV Dormagen fordert Trainer Richard Ratka morgen vollen Einsatz: "Das war die Kür, jetzt folgt die Pflicht für uns."

Info

Bayrischer Abend

Die Partie gegen Dormagen wird nicht nur von der Sparkasse Minden-Lübbecke präsentiert, hinterher gibt es in der Kampa-Halle auch einen bayrischen Abend. Zu erreichen über Autobahn A 2, Ausfahrt Porta Westfalica/Minden, B 482 Richtung Minden, dort Beschilderung folgen.

Anderswo geht das: Wenn die Handballer des TSV Dormagen morgen – Anpfiff um 20.15 Uhr – in der Kampa-Halle auflaufen, wird die Bundesliga-Partie beim TSV GWD Minden offiziell von der "Sparkasse Minden-Lübbecke" präsentiert.

Nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Teams. Denn die Ostwestfalen haben in dieser Saison bereits fünf Punkte gesammelt und sich auch bei ihren Niederlagen achtbar aus der Affäre gezogen, zuletzt bei der 27:31-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen. "Das war die Kür", sagt Trainer Richard Ratka, "gegen den TSV wird es die Pflicht für uns, Zählbares zu verbuchen."

Genau deshalb, findet sein Dormagener Kollege, können die Gäste frohgemut ins Ostwestfälische reisen: "Von uns erwartet doch eh keiner mehr 'was. Minden hingegen muss das Spiel unbedingt gewinnen", sagt Kai Wandschneider. Er fühlt sich in dieser Rolle offensichtlich wohl: "Der Druck liegt doch bei den anderen." Das weiß auch Ratka: "Es wird ein sehr, sehr wichtiges Spiel in allen Belangen. Ich hoffe, dass die Halle voll wird uns die Zuschauer uns unterstützen." Ins gleiche Horn stößt GWD-Manager Hotti Bredemeier: "Unsere vielen personellen Ausfälle in der Mannschaft müssen wir am Samstag von den Rängen aus kompensieren. Nur wenn die Zuschauer uns unterstützen, haben wir eine reelle Chance."

Da hat der gute Hotti mal wieder ein bisschen übertrieben. Die "vielen personellen Ausfälle" reduzieren sich morgen auf den Dänen Rene Bach Madsen, der beim 22:19-Sieg über Balingen über eine Bande stürzte und sich dabei eine Knochenabsplitterung im Fuß zuzog, den an der Schulter operierten Kreisläufer Georg Auerswald sowie auf die Ergänzungsspieler Nils Dresrüsse und Janis Helmdach, die bei der Bundeswehr ihren Grundwehrdienst ableisten. Dafür ist Moritz Schäpsmeier, der sich gegen die Löwen am Ellbogen verletzte, ebenso wieder dabei wie die zuletzt angeschlagenen Damian Wkleklak und Anders Henriksson. Ratka sorgt sich allerdings um Schäpsmeiers Wurfkraft: "Ich gehe davon aus, dass er spielt. Die Frage ist nur, ob er mit dem Arm auch werfen kann."

Sorge um Torleute

Wandschneider hofft, bis auf den nach Göppingen abgewanderten Kjell Landsberg seinen kompletten Kader mit nach Minden nehmen zu können. Die größten Sorgen bereiten ausgerechnet die Torhüter, die es ohnehin schwer haben dürften, das direkte Duell mit ihren beiden "exzellenten" (Wandschneider) Kollegen Nikolaos Katsigiannis und Svenn Erik Medhus für sich zu entscheiden. Vitali Feshchanka ist nach seiner Grippe seit Wochenbeginn wieder voll im Training, Jens Vortmann hat aus dem gleichen Grund bis Mittwoch pausiert. Zur Sicherheit, sagt Wandschneider, wird er Marketing-Manager Joachim Kurth bitten, seine Torwartklamotten mitzunehmen – "man weiß ja nie."

Im Abgang von Kjell Landsberg sieht er "spielerisch keine Nachteile". Am Kreis genießt der vor einem Jahr aus Wallau gekommene Sebastian "Patti" Linder sein Vertrauen: "Es ist ja nicht so, als ob wir einen neuen Kreisläufer integrieren müssten. Patti hat auf dieser Position ja schon gespielt, und das teilweise nicht schlechter als Kjell." Der hatte zuletzt mehrfach in der Kritik seines Trainers gestanden, weil er zu oft Anspiele nicht verwerten konnte. "Und in der Abwehr werden mir schon ein paar Varianten einfallen", sagt Wandschneider mit Blick auf die Tatsache, dass Landsberg dort zum Innenblock gehörte.

Überhaupt ist der Handball-Lehrer erstaunlich guter Dinge. Es scheint, als habe zumindest bei ihm die scheinbare Aussichtslosigkeit der Dormagener Situation neue Energien freigesetzt, ganz nach dem Aktions-Motto "Jetzt erst recht", mit dem der TSV in den anstehenden Heimspielen für volle Ränge sorgen will. "Wir haben hart und konzentriert gearbeitet in dieser Woche", sagt Wandschneider, "ich denke, nach all den Hiobsbotschaften haben die Jungs jetzt wieder den Kopf frei."

Quelle: RP

 
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