Lokalsport: Ein Schnäppchen läuft zum Sieg
Lokalsport (NGZ) Weil er lahmte, kostete der elfjährige Wallach Sir Bechstein seine Besitzer nur 500 Euro. Am Sonntag in Neuss galoppierte er zu seinem sechsten Sieg. Auch Trainerin Marion Weber setzte mit Warolino ihre Erfolgsserie fort.
Die Veranstaltung am Sonntag vor für die Winterrennen üblichen 1500 Zuschauern auf der Neusser Galopprennbahn begann mit einem historischen Resultat. Im ersten .Rennen endeten drei in Belgien trainierte Rennpferde auf den ersten Plätzen: Ouambona mit Eddy Schepers, The Jay Factory und Sound Domini werden sämtlich dort trainiert, wo der Galopprennsport in den 70-er Jahren mit dem Hippodrome Wellington in Ostende an der Spitze eine durchaus vorzeigbare Rolle spielte. Mittlerweile ist er aus vielen Gründen in die versunken und die verbliebenen Trainer und Besitzer orientieren sich in die Nachbarländer.
Für die in Neuss tätige Trainerin Marion Weber ging die Serie ihrer Erfolge am Sonntag weiter. Nach seinem dritten Platz am vergangenen Sonntag ließ der vierjährige Hengst Warolino mit Jockey Andre Best zeitig "nichts anbrennen", übernahm deshalb früh die Spitze und galoppierte einem sicheren Sieg entgegen. Der freudig erregte Besitzer Sven von Tobben: "Er wird jetzt im ersten Lauf des Perlenketten-Wettbewerbs antreten. Tamara Roggendorf wird ihn reiten. Das hat sie sich verdient, sie hat ihn häufig schon im Training geritten." Der Weber-Stall hat auch für die beiden Finalläufe des Perlenketten-Wettbewerbs gute Ritte aufgespart.
Das Rennen mit dem höchsten Wettumsatz von mehr als 39 000 Euro war das vorletzte Rennen mit der Garantieauszahlung von 10 000 Euro in der Viererwette. Die Quote für den Zieleinlauf Sir Bechstein vor Amergio, Sweet Cat und True Spirit betrug 203 833 Euro. Getroffen hat ein Wetter mit dem Grundeinsatz von 50 Cent, er kassierte dafür steuerfreie 10 191,65 Euro. Der große Treffer kam in einer auswärtigen Annahmestelle zustande.
Gewonnen hat das Rennen der schon elfjährige Wallach Sir Bechstein mit der Nachwuchs-Championesse Steffi Hofer im Sattel. Beim 41. Start auf der Neusser Sandbahn war es sein sechster Sieg. Seine Besitzerin Frauke Schwinn aus dem saarländischen Honzrath kommentierte zufrieden: "Wir haben ihn vor vier Jahren für nur 500 Euro gekauft. Allein auf der Sandbahn hat er jetzt schon über 20 000 Euro verdient. Neuss ist seine absolute Lieblingsbahn, aber auch Düsseldorf mag er sehr. Dort hat er letztes Jahr im Sommer als krasser Außenseiter gewonnen. Es hatte kurz vor dem Rennen zu regnen begonnen, das gefiel ihm besonders gut."
Der Vierbeiner war zu dem Spottpreis zu haben, weil ihn eine ständige Lahmheit plagte. Uwe Schwinn, der Ehemann der Besitzerin, ließ sich daraufhin eine besondere Trainingsvariante einfallen: "Er ist zuvor auf einer Bahn mit vielen Kurven trainiert worden. Das gefiel ihm nicht. Wir lassen ihn immer nur geradeaus laufen." Offenbar eine Variante mit durchschlagendem Erfolg.


















