(-vk) Bisher hatte er es nur mit Köln, Bonn und Leverkusen zu tun. Jetzt muss sich Hans-Peter Meyer als Vorsitzender des Trägervereins des Olympiastützpunktes Rheinland auch um Neusser Belange und Interessen kümmern. Der 70-Jährige tut das gerne, wie er gestern im Gespräch mit NGZ-Sportredakteur Volker Koch verriet.
Herr Meyer, erläutern Sie doch bitte mal kurz, wie es überhaupt zur Gründung von Olympiastützpunkten kam.
Hans-Peter Meyer Die Idee geht auf das Jahr 1984 zurück. Nach den Olympischen Spielen von Los Angeles wollte der damalige Deutsche Sportbund die Initiative ergreifen, um den Spitzensport stärker zu unterstützen. Daraus sind dann die zentralen Olympiastützpunkte entstanden.
Wie kam es zu der Konstruktion eines Trägervereins aus drei Städten?
Meyer Zunächst einmal ist der Landessportbund als möglicher Träger angesprochen worden, aber der hat abgewunken.
Warum?
Meyer Wohl, weil er die Olympiastützpunkte als Konkurrenz angesehen hat. Dann war der OSP zunächst bei der Deutschen Sporthochschule in Köln angesiedelt, und daraus ist dann der Trägerverein Köln/Leverkusen entstanden, der am 22. Januar 1990 gegründet wurde. Wenig später kam dann Bonn hinzu.
Und 17 Jahre später die Stadt Neuss. Was hat Sie zu dieser Erweiterung bewogen?
Meyer Wir uns ist Neuss eigentlich ein natürlicher Partner, weil viele Sportler aus dieser Region ohnehin von uns betreut werden. Mit dieser Erweiterung decken wir jetzt von Bonn bis Neuss, von Gummersbach bis Aachen wirklich das gesamte Rheinland ab. Deshalb haben wir uns auch zur Namensänderung in ’Olympiastützpunkt Rheinland’ entschlossen.
Außer dass Neuss nun seinen Mitgliedsbeitrag entrichtet - was hat das für Auswirkungen vor Ort?
Meyer Wir freuen uns, in Zukunft unsere Aktivitäten noch stärker in diesen Raum ausbauen zu können. So streben wir beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Kliniken oder Physiotherapiezentren in Neuss und Umgebung an, in denen unsere Sportler sportmedizinisch und physiotherapeutisch betreut werden. Damit ersparen wir ihnen weite Anfahrtswege.
Was kostet das alles?
Meyer Wir bewegen uns innerhalb des Olympiastützpunktes Rheinland in einem Finanzrahmen von rund anderthalb Millionen Euro. 1,14 Millionen Euro davon sind Zuwendungen des Bundes, der für seine insgesamt 20 Olympiastützpunkte rund 20 Millionen Euro ausgibt.
Das Land steuert 211 500 Euro bei, den Rest bestreiten die den Trägerverein bildenden Kommunen und der Förderverein, in dem praktisch jeder Mitglied werden kann - Unternehmen, Institutionen und auch Privatpersonen.
Deshalb freuen wir uns über das privatwirtschaftliche Engagement aus Neuss, denn die Erfolge, die wir haben, hängen natürlich im Wesentlichen vom Geld ab, das uns zur Verfügung steht.
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