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Lokalsport: Neuss wittert eine Chance

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 10.08.2006 - 21:30

Es hätte das Top-Spiel um den Titel werden können in der Tennis-Bundesliga, wäre da nicht die dumme 1:5-Schlappe gewesen, die sich der TC Blau-Weiss Neuss am Sonntag auf eigener Asche gegen den TV Reutlingen einhandelte.

Philipp Kohlschreiber schreibt Autogramme. Im Hintergrund bewacht Patrick Kühnen das Geschehen.  Foto: NGZ-Online
Philipp Kohlschreiber schreibt Autogramme. Im Hintergrund bewacht Patrick Kühnen das Geschehen. Foto: NGZ-Online

So aber ist das Gastspiel am Freitag der Neusser im Gerry-Weber-Sportpark wohl nur ein weiterer Meilenstein für den TC Blau-Weiss Halle auf seinem Weg zum zweiten Deutschen Mannschaftsmeistertitel seit 1995.

Denn selbst bei einem Sieg der Gäste hätten die Ostwestfalen immer noch einen Zähler Vorsprung vor dem punktgleichen Verfolgertrio aus Aachen, Düsseldorf und Neuss. Halle muss allerdings am Sonntag noch in Aachen antreten - Neuss könnte also zum Steigbügelhalter für die Aachener werden.

Oder für den Rochusclub als lachenden Dritten, der mit seinen Partien in Piding, gegen Krefeld und in Erfurt das von der Papierform her leichteste Restprogramm hat.

Soll dem TC Blau-Weiss Neuss nach der Pleite gegen Reutlingen wieder in die Erfolgsspur verhelfen: Edgardo Massa. Der Argentinier flog für die Partie am Freitag bei Bundesliga-Spitzenreiter Blau-Weiss Halle eigens aus Argentinien ein. Foto: NGZ-Online

„Wir wollen die Sache spannend halten“, sagt Marc Raffel, warum er für Freitag Edgardo Massa aus dessen argentinischen Heimat zurückgeholt hat. Mit ihm, Dieter Kindlmann, Tobias Summerer und Philipp Petzschner „haben wir auf jeden Fall eine Chance“, glaubt der Team-Manager.

Das umso mehr, als sein Kollege Thorsten Liebich aller Voraussicht nach Freitag keine Top-Besetzung aufbieten kann: Von seinen sechs gemeldeten Akteuren aus den besten Einhundert der Weltrangliste steht ihm wohl keiner zur Verfügung.

Spitzenspieler Jiri Novak ist seit dem Liga-Start von Position 49 auf Rang 159 abgerutscht, hat von seinen fünf Bundesliga-Einsätzen nur zwei gewonnen. „Offen“, urteilt, urteilt Raffel über die Partie zwischen dem Tschechen und Edgardo Massa.

Favorisiert sollten die Gastgeber an Position zwei sein, an der wohl Davis-Cup-Spieler und Doppelspezialist Alexander Waske, aktuell auf Position 102 der Weltrangliste, auf Dieter Kindlmann trifft. „Wahrscheinlich eine Nummer zu groß für Dieter“, sagt Raffel über das deutsch-deutsche Duell.

Das, so hofft er, sollte an den weiteren Positionen anders aussehen: Tobias Summerer bekommt es aller Voraussicht nach mit dem Österreicher Werner Eschauer zu tun, Philipp Petzschner trifft auf Christopher Kas.

Ein pikantes Duell: Beide stammen aus der gleichen bayerischen Tennisakademie, beide spielten in der vergangenen Saison noch für den Liga-Konkurrenten TC Piding, und beide tourten eine Zeitlang als eingespieltes Doppel durch die Welt der ATP-Turniere.

Kein Thema für den Rest der Saison ist Philipp Kohlschreiber mehr . Seine Verletzung, die den Mannschafts-Vizeweltmeister schon am Sonntag gegen Reutlingen zum Zuschauer degradierte, hat sich als Muskelfaserriss im Oberschenkel herausgestellt. „Bedauerlich für ihn, bedauerlich für uns“, sagt Raffel, „wir drücken die Daumen, dass er bis zu den US-Open wieder fit wird.“

Damit stellt sich das Neusser Team für das zweite Gastspiel des Wochenendes, das am Sonntag (11 Uhr) beim Aufsteiger Erfurter TC Rot-Weiß, von alleine auf. „Wir wollen die so gut begonnene Saison auch gut zu Ende bringen“, stellt Raffel mit Blick auf die verbliebenen Ziele klar, „wir wollen zeigen, dass die Schlappe gegen Reutlingen ein Ausrutscher war, aber kein Grund, die Flügel hängen zu lassen.“

Mit Siegen in Halle, Erfurt und am letzten Spieltag gegen Aachen könnten die Neusser sogar noch selbst Meister werden. Doch daran glaubt an der Jahnstraße so recht keiner mehr:

Die Anlage in Halle ist zu erreichen über die A 2, Dortmund-Hannover, Abfahrt Rheda-Wiedenbrück, B 64 Richtung Wiedenbrück, in Wiedenbrück B 61 Richtung Gütersloh, in Gütersloh links ab auf L 782 Richtung Blankenhagen, in Halle Ausschilderung Gerry Weber Stadion folgen

Quelle: NGZ


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