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Handball-Bundesliga: Nicht auf der Platte

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 06.12.2009 - 21:30

Selbst dem sonst nie um einen Spruch verlegenen Kai Wandschneider hatte es am Sonntag nach der 23:29-Niederlage des TSV Dormagen bei der SG Flensburg-Handewitt die Sprache verschlagen.

Der SG Flensburg-Handewitt spielte gegen den TSV Dormagen. Hier setzt Alexander Petterson gegen Christoph Schindler an. 
 Foto: NGZ
Der SG Flensburg-Handewitt spielte gegen den TSV Dormagen. Hier setzt Alexander Petterson gegen Christoph Schindler an. Foto: NGZ

Kai Wandschneider ist normalerweise nie um einen Spruch verlegen. Auch nach deftigen Niederlagen weiß der Trainer des TSV Dormagen Pressekonferenzen bestens zu unterhalten. Am Sonntag Abend jedoch hatte es selbst dem redegewandten Handball-Lehrer die Sprache verschlagen: "Es gibt Momente, da muss man reden. Es gibt Momente, da muss man schweigen. Und in einem solchen Moment befinde ich mich gerade", sagte Wandschneider nach der 23:39-Schlappe (Halbzeit 9:20) bei der SG Flensburg-Handewitt, der – gemeinsam mit der Niederlage beim HSV Hamburg vor anderthalb Wochen – höchsten Niederlage des Handball-Bundesligisten in dieser Saison, die die Dormagener ans Tabellenende zurückwirft.

Doch anders als in Hamburg, als sich die Gäste eine Halbzeit lang Respekt verschafft hatten, lief am Sonntag vor 6243 Zuschauern in der Flensburger Campushalle von Anfang an nichts zusammen in Reihen der Dormagener. Nicht einmal 20 Minuten benötigten die Flensburger, um durch Oscar Carléns Treffer zum 14:4 zum ersten Mal mit zehn Toren Differenz in Führung zu gehen. "Ich habe noch nie eine solche erste Halbzeit gesehen, seit ich hier Trainer bin", meinte der seit Januar 2001 in Dormagen tätige Handball-Lehrer, nachdem er seine Sprache wiedergefunden hatte: "Die ganze Mannschaft war nicht richtig auf der Platte."

Ausnehmen von dieser Kritik wollte er nur drei Spieler: Jens Vortmann, der nach 20 Minuten den bis dahin nur ein Mal erfolgreichen Vitali Feshchanka zwischen den Torpfosten ablöste, Nils Meyer (5 Tore) und Christoph Schindler (6), die zusammen fast die Hälfte der Dormagener Treffer erzielten. "Doch bei ihm machen sich langsam die Verschleißerscheinungen dieser Hinrunde bemerkbar", sagt Wandschneider über seinen Top-Torjäger (80 Saisontreffer).

Weil die Alternativen im Rückraum versagten – Konstantinos Chantziaras und Spyros Balomenos vermochten erneut keine Akzente zu setzen – oder auf anderen Positionen fehlten – Michael Wittig blieb erkrankt zu Hause, so das Nils Meyer und Maciej Dmytruszynski am Kreis aushelfen mussten – drohte zwischenzeitlich sogar das schlimmste Debakel der gesamten Dormagener Bundesliga-Geschichte (bisher 12:29 am 30. Januar 1994 beim THW Kiel).

Schließlich lagen die Gäste nach 55 Minuten mit 16:36 im Hintertreffen. Wandschneider – "wir hätten das Ding sonst mit 25 Toren verloren" – reagierte, stellte die Deckung auf ein offensives, jedoch kräftezehrendes 4:2-System um und sorgte so wenigstens noch für ein wenig Ergebniskosmetik.

Quelle: RP

 
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