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HTC Schwarz-Weiß Neuss empfängt den UHC Hamburg: Nur nicht gucken, was die Konkurrenz macht

zuletzt aktualisiert: 03.07.2003 - 22:02

Von Dirk Sitterle

Im letzten Spiel vor der Sommerpause kommt es für den Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss noch einmal richtig dick: Am Samstag (16 Uhr) stellt sich mit dem UHC Hamburg ein Team an der Jahnstraße vor, das eigentlich ein heißer Kandidat für das Erreichen der Play-off-Plätze ist. Doch davon ist die Truppe von Trainer Marc Herbert im Moment vier Punkte entfernt. Seine Qualitäten bei kurzen Ecken könnten am Samstag im Heimspiel gegen den UHC Hamburg die Entscheidung bringen: Patric Lunau-Mierke steht mit zehn Treffern zurzeit auf Platz drei der Scorerliste. NGZ-Foto: Woi

Statt nach oben sollte der Blick der Hamburger besorgt nach unten gehen, denn der HTC auf dem ersten Nicht-Abstiegs-Rang hat nach neun Spielen nur drei Punkte weniger auf seinem Konto als die ambitionierten Gäste. Eine Konstellation, die den Neusser Trainer Carsten Fischbach ziemlich überrascht. "Ich hatte die viel weiter oben erwartet." Nach zwei Siegen zum Auftakt über den SC Frankfurt (4:1) und den Rüsselsheimer RK (7:2!), schien der Klub von der Oberalster sein Pulver erst mal verschossen zu haben. Doppelt punktete der UHC seit dem nur noch am achten Spieltag, als gegen den Abstiegskandidaten Rot-Weiß München ein 2:0-Heimsieg heraussprang.

Trotzdem traut Fischbach dem Braten nicht so recht: "Die sind unberechenbar. Das ist sicher kein Gegner, den du unbedingt schlagen musst." Doch ein Sieg vor der Sommerpause (weiter geht es für den HTC erst am 27. September, wenn zum Rückrundenstart der Club an der Alster wartet) wäre nicht nur psychologisch von Vorteil. Die Chance scheint groß, sich mit einem Sieg vielleicht schon vorentscheidend von den Abstiegsplätzen zu distanzieren. Denn normalerweise sollte für den Vorletzten RW München beim Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers ebenso wenig zu holen sein wie für das Schlusslicht SC Frankfurt auf heimischer Anlage gegen den wiedererstarkten Gladbacher HTC. Normalerweise!

Doch vom Lokalrivalen aus Mönchengladbach hat die Schwarz-Weißen beunruhigende Kunde erreicht. "Die Ausländer sind schon weg und auch Florian Kunz soll in Frankfurt nicht mitspielen", hat Fischbach erfahren. Da sich die Zuschauer beim Gladbacher 4:3-Sieg in Neuss überzeugen konnten, wie wichtig die Herren Song, Kim & Co. für den Meister sind, redet Fischbach erst gar nicht lange um den heißen Brei herum: "Das wäre schon Wettbewerbsverzerrung." Doch andererseits will er die Taten der Konkurrenz nicht für eigene Verfehlungen verantwortlich machen. "Was soll's?" fragt er statt dessen trotzig. "Wir haben es doch selber in der Hand."

Die Gäste nötigen ihm jedoch einen gehörigen Respekt ab. "Die haben sich vor der Saison immerhin mit vier Ausländern verstärkt." Richtig stark ist vor allem der Argentinier German Orozco. Zuletzt beim 3:3 (nach 1:3-Rückstand) gegen den Münchner SC hielt er seine Farben mit seinem sehenswerten Alleingang zum 1:2-Anschluss zunächst im Spiel und führte die junge Elf danach umsichtig noch zum Unentschieden. Immerhin aber weiß Fischbach, wie den Gästen beizukommen ist. "Wir müssen in den ersten zehn, 15 Minuten Druck machen, denn das ist keine typische Kontermannschaft." Eine Abwehrschlacht wie gegen den Gladbacher HTC ist also nicht zu erwarten.

Trotzdem aber ist der Coach froh, dass sich Abwehrchef Marc Brüse nach seiner Armverletzung früher als erwartet zurück gemeldet hat. Der 24-Jährige ist in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Sehr zur Erleichterung Fischbachs, schließlich muss er nun doch länger auf Christoph Garbotz verzichten. Der Defensivmann, zwischenzeitlich für Brüse in die Bresche gesprungen, liegt mit seinem gegen Gladbach erlittenen Muskelfaserriss auf Eis. "Da will ich nichts riskieren", erklärt Fischbach.

Sollte Brüse nach der langen Zwangspause schwächeln, macht der Trainer erneut den Bock zum Gärtner, würde wie schon in Krefeld Patric Lunau-Mierke (mit zehn Treffern bester HTC-Torschütze) in die Abwehrzentrale beordern. Übrigens: Vom Bundesschiedsgericht, das sich mit dem Neusser Einspruch gegen die Wertung des 2:2 in Frankfurt zu befassen hat, haben die Schwarz-Weißen bislang noch nichts gehört. "Und das könnte sich auch noch etwas ziehen", ist sich Fischbach sicher. Schließlich sind noch längst nicht alle Zeugen gehört worden.

Quelle: NGZ


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