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Lokalsport: „Nur Olympia ist größer“

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 01.09.2006 - 22:06

Wenn am Mittwoch um 15.30 Uhr im WarsteinerHockey-Park in Mönchengladbach die 11. Hockey-Weltmeisterschaft der Herren mit der Partie Deutschland gegen Indien eröffnet wird, gehört mit Sebastian Draguhn erstmals ein Spieler des HTC Schwarz-Weiß Neuss zum deutschen Aufgebot, das bis zum Finale am 16. September den 2002 in Kuala Lumpur gewonnenen Titel zu verteidigen hat.

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Sebastian Draguhn

Er ist der Torjäger schlechthin in den Reihen des HTC Schwarz-Weiß Neuss: In der vergangenen Bundesliga-Saison erzielte der am 12.Januar 1984 geborene Neusser 26 der 45 Treffer seiner Mannschaft. Das brachte ihn in der Torjägerliste auf Platz zwei hinter dem Berliner Florian Keller (31). Im Nationaltrikot, das er in 50 Länderspielen trug, war der Jura-Student bislang elf Mal als Torschütze erfolgreich. Größte Erfolge: Platz zwei bei der Champions Trophy 2006, U21-Vize-Europameister 2004, U 18-Europameister 2001, U 16-Europameister 2000.

Für den 22 Jahre alten Stürmer, in der Spielzeit 2005/06 mit 26 Saisontoren zweitbester Bundesliga-Torjäger, ist es die erste WM-Teilnahme bei den Herren, nachdem er am 16. Mai 2003 sein erstes von inzwischen 50 A-Länderspielen bestritt.

Internationale Turniererfahrung sammelte der Jura-Student bei den Turnieren um die Champions Trophy 2005 im indischen Chennai (Platz 4) und in diesem Jahr im spanischen Terrassa (Platz 2). Über seine Erwartungen vor der Weltmeisterschaft direkt vor der Haustür sprach Sebastian Draguhn mit NGZ-Sportredakteur Volker Koch.

Herr Draguhn, noch fünf Tage bis zum WM-Start: Wie fühlen Sie sich?

Sebastian Draguhn: Eigentlich ganz gut. Die Vorbereitung war wie immer recht stressig. Doch seit Sonntag haben wir jetzt eine Woche Pause, und die ist mir ganz gut bekommen. Das war schon gut so, wie der Bundestrainer den Ablauf geplant hat, das hat geholfen, den Kopf frei zu kriegen.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Weltmeisterschaft direkt vor der eigenen Haustür?

Draguhn: Ich freue mich riesig, dass es los geht. Und ich freue mich riesig, dabei zu sein: Eine WM im eigenen Land, das ist doch nach Olympia das Größte, was man als Sportler erleben kann.

Was trauen Sie der deutschen Mannschaft beim Aufeinandertreffen der zwölf besten Hockeynationen der Welt zu. Als Titelverteidiger steht Deutschland sicher unter Druck.

Draguhn: Die Chancen für uns stehen ganz gut. Die Champions Trophy vor ein paar Wochen hat gezeigt, dass wir ganz dick im Rennen sein können. Natürlich müssen wir dafür erst einmal die Vorrunde überstehen, und das wird bei der Konkurrenz schon nicht einfach. Ab dem Halbfinale ist dann alles möglich.

Das hat Deutschland bis auf die WM-Premiere 1971 in Barcelona immer geschafft.

Draguhn: Deshalb ist das Halbfinale auch unser primäres Ziel. Das Niveau der drei, oder wenn man Deutschland dazu zählt, vier Top-Favoriten liegt sehr eng beieinander, das hat die Champions Trophy wieder gezeigt. Da wird die Tagesform entscheiden, deshalb haben wir durchaus eine Chance aufs Finale.

Wer sind für Sie die drei Top-Favoriten?

Draguhn: Spanien, die Niederlande und Australien, auch wenn die zuletzt nicht so gute Ergebnisse hatten. Aber das will nicht viel heißen.

Wie stehen denn die Chancen von Sebastian Draguhn?

Draguhn: Das habe ich selber in der Hand. Ehrlich gesagt war ich mit meinen letzten Spielen nicht so zufrieden, auch wenn ich verhältnismäßig viele Spielanteile hatte. Aber es ist halt recht schwierig, ins Spiel zu kommen, wenn man hinter den ersten drei Stürmern steht.

Werden die sicher zahlreich nach Mönchengladbach pilgernden Neusser Hockeyfans Sebastian Draguhn in Aktion oder als Bankdrücker erleben?

Draguhn: Das hängt sehr viel vom ersten Spiel ab. Wenn ich da überzeuge, dann habe ich bessere Karten, auch in den weiteren Spielen dabei zu sein. Insgeheim hoffe ich schon, dass ich im Eröffnungsspiel dabei bin.

Und wenn nicht?

Draguhn:Es wäre auch nicht gleich der Weltuntergang, wenn ich zum Auftakt auf der Tribüne sitzen müsste. Für mich ist es schon ein Riesenerfolg, bei dieser WM überhaupt dabei zu sein. Wenn mir das einer vor anderthalb Jahren gesagt hätte, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht.

Quelle: NGZ


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