(-vk) Als wäre der Gegner nicht schon Herausforderung genug, steht der TSV Dormagen am Samstagnachmittag vor erheblichen personellen Problemen. Denn Trainer Kai Wandschneider muss in der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen (15 Uhr, Restkarten ab 13.30 Uhr an der Tageskasse) auf jene drei Akteure verzichten, die bereits am Mittwoch beim 23:23 in Wetzlar fehlten.
Besonders bitter: Neben Linkshänder Szabolcs Laurencz (Bänderriss im Knöchel) fehlen in Person von Michiel Lochtenbergh, der sich gegen Stralsund das Knie verdrehte, und Max Holst, dem am Dienstag im Training das Außenband riss, gleich beide „gelernten“ Linksaußen.
„Im Prinzip werden wir mit der gleichen Formation spielen wie in Wetzlar“, kündigt Wandschneider an. Mit einem Unterschied: Torhüter Joachim Kurth sitzt trotz seiner besten Saisonleistung (17 gehaltene Bälle) auf der Bank, zu Hause vertraut Wandschneider auf Vitali Feshchanka. „So eine Entscheidung hat auch immer mit Glück oder Riecher zu tun“, sagt der Trainer über seinen etwas überraschenden Schachzug, in Wetzlar mit Joachim Kurth zu beginnen.
Im Feld wird die Startformation demnach folgendes Aussehen haben: Rechtsaußen Tobias Plaz, dem Wandschneider im Nachhinein „sein bestes Spiel seit langem“ bescheinigt, Halbrechts Neuzugang Konstantinos Chantziaras, der trotz etlicher Fehlwürfe und -pässe „gezeigt hat, dass er eine Bereicherung für unser Spiel werden kann“ (Wandschneider), in der Mitte Nils Meyer, der in der Deckung durch Maciej Dmytruszynski ersetzt wird, auf Halblinks Florian Wisotzki, als „Verlegenheits-Linksaußen“ Christoph Schindler, der in Wetzlar seine Sache zumindest in der Defensive nicht schlecht gemacht hat, und am Kreis Kjell Landsberg.
Einzige Variationsmöglichkeiten: Ingo Meckes kann Landsberg entlasten, Dmytruszynski auch mal im Angriff für Meyer oder Wisotzki einspringen, Schindler und Meyer können, wie in Wetzlar in der Schlussphase, die Plätze tauschen. Und im Falle der Linkshänder können Sebastian Faißt (in Wetzlar schnell wieder ausgewechselt), Denis Zakharov und Tim Henkel (beide nicht eingesetzt) für etwas Entlastung sorgen.
Die große Frage: Reicht angesichts der dünnen Personaldecke und des dritten Spiels innerhalb einer Woche die Kraft? „Ich denke ja“, verweist Wandschneider auf den guten konditionellen Zustand seiner Schützlinge, schränkt allerdings ein: „Die Rhein-Neckar Löwen können Tempo ohne Ende spielen. Da dürfen wir es nicht zum offenen Schlagabtausch kommen lassen.“
So dürfte erneut jene Tugend gefragt sein, die schon zu den Erfolgen gegen Kiel, Hamburg und Wetzlar beitrug: Geduld. Wandschneider überzeugt: „Je länger wir am Gegner dran bleiben, desto mehr Kräfte setzt das frei.“ Und obwohl vor Wochenfrist gegen Stralsund die ersten Pfiffe im TSV-Sportcenter zu hören waren, meint der Trainer: „Und dann haben wir ja auch noch unsere Fans . . .“
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