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Galopp: "Rennen gehen nur mit einem Rennverein"

VON KLAUS GÖNTZSCHE - zuletzt aktualisiert: 16.09.2010

Galopp Turbulente Mitgliederversammlung lehnte Auflösung des Neusser Reiter- und Rennvereins ab

Es waren nur noch zehn Minuten bis Mitternacht, als Jan Antony Vogel am Dienstagabend die Mitgliederversammlung des Neusser Reiter- und Rennvereins im schummrigen Licht des Restaurant Equipe im Rennbahnpark schloss. Pausenlose 210 Minuten lang wurde diskutiert, wobei sich die Redeanteile vornehmlich auf den an diesem Abend ungewohnt leidenschaftlichen Präsidenten, das Ex-Vorstandsmitglied Wolfgang Trube und das mit einer Vollmacht seines Vaters Johann ausgestattete Nichtmitglied Roland Arras beschränkten. Die Mehrzahl der anwesenden 18 von 67 Mitgliedern blieb stumm.

Unerwartet konnte beim Jahresabschluss 2009 ein Überschuss von 14 000 Euro verbucht werden. Auf Nachfrage von Arras gelang das allerdings nur mit Hilfe eines legalen und offenbar branchenüblichen Buchungstricks. Der Wirtschaftsprüfer blieb realistisch: "Wir machen uns keine Illusionen über das Ergebnis." Schließlich trägt die Stadt unverändert die Zins- und Tilgungslast für den Bau von Sandbahn und Flutlichtanlage mit 194 000 Euro jährlich, insgesamt kommen aus dem Stadtsäckel 549 000 Euro. Vogel schilderte die Situation des Vereins und hielt sich dabei auch nicht mit klaren Aussagen zurück:  "Die neue Situation nach dem Umbau ist ein Lernprozess. Das Lernen ist aber noch nicht zu Ende. Vor allem nicht bei unserem Partner." Er kündigte zeitnahe Gespräche mit Neuss Marketing an, um die zahlreichen Probleme im Trainings-, Besucher- und Parkbereich und dem Tribünengebäude möglichst vor Beginn der Wintersaison (14. November) zu klären.

Zum zentralen Diskussionsthema wurde der Antrag von Wolfgang Trube, der zu Zeiten des jetzt in Honkong tätigen Präsidenten Winfried Engelbrecht selbst dem Vorstand angehörte. Trube forderte eine Entscheidung, ob und mit welcher Ausrichtung der Verein zukünftig weiter bestehen oder wegen Fortfall des Zwecks aufgelöst werden solle. Als Grund führte er an, der Verein sei nur ein Strohmann für die Wettkonzession, ein Markenbotschafter von German Racing, ein Platzwart für das Gelände, eine Randerscheinung bei der Durchführung der Rennen und Werber von Spenden und Sponsorengeldern.

Vogel wehrte sich vehement und mit vielen Argumenten: "Rennsport in Neuss geht nur mit einem Rennverein. Ich kann die Forderung nicht verstehen, den Verein aufzulösen." Er gestand Informationsdefizite gegenüber den Mitgliedern, die auf einer außerordentlichen Versammlung im November beseitigt werden sollen.Trubes Antrag wurde schließlich abgelehnt.

Quelle: NGZ


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