Den ersten Deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte hat der Düsseldorfer Rochusclub bei der 2:4-Niederlage in Mannheim wohl verspielt. Dennoch will Teamchef Detlev Irmler morgen bei Blau-Weiss Neuss gewinnen, um wenigstens die theoretische Chance zu wahren.
Es ist das Duell der Geschlagenen, doch es soll keineswegs zum Duell der Frustrierten kommen, wenn sich morgen ab 11 Uhr der TC Blau-Weiss Neuss und der Düsseldorfer Rochusclub an der Jahnstraße gegenüberstehen. Beide haben am Sonntag durch ihre 2:4-Niederlagen gegen Aachen respektive Mannheim die Chance auf den Meistertitel in der Tennis-Bundesliga verspielt, doch beide geben sich vor dem Lokalduell am vorletzten Spieltag kämpferisch.
"Wir wollen mit den Düsseldorfern gleichziehen, dazu benötigen wir einen Sieg", sagt der Neusser Team-Manager Marc Raffel. Detlev Irmler, mit Abstand dienstältester aller Bundesliga-Teamchefs, stellt hingegen unmissverständlich klar: "Wir sind die Kämpfer, wir geben nicht auf." Schließlich besteht theoretisch immer noch die Chance auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Dafür muss der Rochusclub (8:4 Punkte) aber seine beiden Spiele – morgen in Neuss, am letzten Spieltag zu Hause gegen Krefeld – gewinnen und gleichzeitig GW Mannheim (10:2) mindestens eine Partie – morgen in Krefeld, eine Woche später gegen Neuss – verlieren. Und Titelverteidiger Aachen (8:4) und BW Halle (9:3), die sich morgen im Aachener Kurpark gegenüberstehen, müssen auch im Düsseldorfer Sinne mitspielen.
Heute Training
Wer spielt, ist noch offen – auf jeden Fall bestreitet Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiss Neuss heute ab 17 Uhr eine öffentliche Trainingseinheit auf der Anlage der SG Kaarst am Kaarster See. Der Eintritt ist frei.
"Das wird sich Mannheim nicht mehr nehmen lassen", schränkt Irmler deshalb die Erfolgsaussichten für den Rochusclub ein. Trotzdem "wollen wir auf jeden Fall in Neuss gewinnen, schon wegen des besonderen Charakters dieses Spiels". Dafür stehen ihm morgen auf jeden Fall neben der deutschen Nachwuchshoffnung Andreas Beck (ATP Weltrangliste 103) der Russe Teymuraz Gabashvili (ATP 97) und der Spanier Pablo Andujar (ATP 113) zur Verfügung. Dessen Landsmann Pere Riba (ATP 75), das österreichische enfant terrible Daniel Köllerer (ATP 124) und der Hamburger Mischa Zverev (ATP 157) halten sich ebenfalls für einen Einsatz bereit. Und zumindest im Doppel wird auch Altmeister Fabrice Santoro (37, war mal Nummer 17 der Welt) zum Einsatz kommen.
Die Lage auf Seiten der Gastgeber ist da wesentlich unübersichtlicher. Die laut Pressemitteilung "fest vorgesehenen" Jesse Huta Galung (ATP 222) und Andreas Haider-Maurer (ATP 248) haben bei den Challenger-Turnieren in Segovia und Kitzbühel ebenso das heutige Halbfinale erreicht wie Robin Haase (ATP 121) in San Marino, der sich im gestrigen Viertelfinale mit 6:2, 6:2 gegen seinen "Klubkameraden" Rui Machado durchsetzte. Der Portugiese (ATP 123) könnte also ebenso spielen wie Maximo Gonzales (ATP 198), der in Runde zwei mit 2:6, 6:3, 3:6 an Haase scheiterte, oder der Italiener Paolo Lorenzi (102), der in Kitzbühel in Runde eins gegen Köllerer die Segel strich.
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