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Aus dem Sattel auf den Rücken: Saucool und sooo niedlich …

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009 - 21:30

Silber im Einzel und mit dem Junior-Team für Voltigiererinnen des RSV Neuss-Grimlinghausen bei Jugend-DM in München-Riem

Auf Lugano voltigierte sich das erst zu Beginn des Jahres zusammengestellte Junior-Team des RSV Neuss-Grimlinghausen auf den zweiten Platz.   Foto:  A. Werhahn
Auf Lugano voltigierte sich das erst zu Beginn des Jahres zusammengestellte Junior-Team des RSV Neuss-Grimlinghausen auf den zweiten Platz. Foto: A. Werhahn

Madita Schramm ist neun, gerade geworden, und doch schon ein echter Showmensch. "Pfiffig", sagt ihre Trainerin Jessica Schmitz lächelnd. Gemeinsam mit dem erst zu Beginn des Jahres formierten Junior-Team des RSV Neuss-Grimlinghausen mischte der Knirps am Wochenende die Halle auf der Olympiareitanlage in München-Riem auf, holte sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Voltigieren auf Lugano den zweiten Rang. Mit ihren 15 Jahren ist Pauline Riedl – die EM-Fünfte enterte das Treppchen im Einzel als Vizemeisterin – schon die Älteste im Team.

Und damit der unbestrittene Leitwolf. Besser war nur der amtierende Europameister VV Ingelsberg aus Bayern, doch in dessen Mannschaft standen auch vier 16-Jährige. Ein Plus an Erfahrung, das Grimlinghausen mit einer gehörigen Portion Gelassenheit locker ausglich. "Saucool, wie die die Nerven behalten haben, auch als die Halle an zu toben fing", lobte die Trainerin. Die RSV-Mädels, die meisten von ihnen mehr als einen Kopf kleiner als ihre Konkurrentinnen, waren der Hit in München, eroberten die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Diesen "Niedlichkeitsbonus" (Schmitz) nutzte der große Außenseiter voll aus. Spätestens als Neuss nach der Pflicht vor Ingelsberg lag, ahnte die bei den Titelkämpfen auch als Longenführerin beschäftigte Jessica Schmitz, dass hier mehr drin sein könnte, als nur ein Platz unter den Top Ten. Dass es am Ende Rang zwei wurde, bezeichnete sie trotzdem als Riesensensation, "die Kleinen sind doch erst vier Mal zusammen gestartet. Wir waren schon froh, überhaupt die DM-Quali geschafft zu haben".

In komplett neuen Rollen bestachen dabei Sina Dammer (14) und Leonie Bender (13), deren Mutter Beate unter ihrem Mädchennamen Brinckmann vor fast auf den Tag genau drei Jahrzehnten mit Agnes Werhahn an der Longe auf Montevideo national ebenfalls aufs Siegerpodest gestiegen war. "Letztes Jahr wurden sie in der ersten Mannschaft noch in die Luft gehoben, jetzt befördern sie als Unterleute ihre Teamkolleginnen in die oberste Etage", erklärte Jessica Schmitz.

Der S-Mannschaft des RSV, Weltmeister und in diesem Jahr Gewinner des Nationenpreises im Rahmen des CHIO Aachen, gehört wie Pauline Riedl auch Julia Dammer (12) an. Zum Silber-Team zählen außerdem: Paula Depper (13), Angelina Brähler (10), das Nesthäkchen Madita Schramm und Michelle Funken (Reserve). Trainiert wird die Nachwuchsgruppe eigentlich von Katharina Röttger, doch weil Jessica Schmitz mit dem treuen Lugano bereits seit Jahren vertraut ist, longierte sie in München.

Der Vierbeiner ist im Übrigen das Privatpferd von Elisabeth Simon, Mitglied der S-Gruppe in Grimlinghausen. "Dass sie uns das Pferd geliehen hat, ist schon toll", findet Jessica Schmitz und stellt klar: "Ohne diese Hilfe hätte es nie und nimmer geklappt".

Auch Pauline Riedl setzte im Einzel auf Lugano. Nach einem spannenden und hochklassigen Wettkampf lag nur die EM-Achte Jana Linicus (Reit- und Fahrverein Kriftel) vor der 15-Jährigen. Vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen, hätte ihr erster Umlauf besser gesessen. Nach einem Sprung im Verlauf der ersten Kür landete sie sogar neben ihrem Pferd.

Dass sie nach kurzer Bodenberührung blitzschnell wieder aufsprang, rettete ihr den Wettkampf und nötigte ihrer Trainerin größten Respekt ab. "Eine Superreaktion, das schaffen selbst viele Senioren nicht." Mit Rang zwei zeigte sie sich hochzufrieden: "Pauline ist frech und feurig, hat eine Superausstrahlung. Mit ihrer Coolness hat sie im Einzel eine Superzukunft vor sich."

Quelle: RP

 
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