Obwohl in der Startelf sieben Spieler standen, die weniger als 22 Jahre zählen, feierten die Niederrheinliga-Fußballer des SC Kapellen ihren dritten Saisonsieg. Eine Woche nach dem 1:6 in Oberhausen schlugen sie Fischeln mit 2:0.
Es gibt sie, die perfekten Tage – auch und besonders im Fußball. Einen solchen erwischte der SC Kapellen gestern am vierten Spieltag der Fußball-Niederrheinliga im heimischen Erftstadion beim 2:0-Sieg (Halbzeit 1:0) über den VfR Fischeln. Dazu passte das stimmungsvolle Finale: In der fünften Minute der Nachspielzeit schnappte sich der gerade eingewechselte Fabio Freericks die Kugel und bugsierte sie nach einem Sprint über den halben Platz zum entscheidenden zweiten Treffer ins leere Tor. VfR-Keeper Jan Ritz, der in der Schlussphase munter vors Kapellener Gehäuse geeilt war, musste wie seine Kollegen ebenso verzweifelt wie tatenlos zusehen.
Auftakt mit "Gelb"
Schiedsrichter Maximilian Stahl dürfte gestern im Erftstadion einen Saisonrekord aufgestellt haben. Noch in der ersten Spielminute zeigte er Fischelns Simon Janicina nach einer rüden Attacke gegen Frederik Leufgen berechtigterweise die Gelbe Karte. Im weiteren Spielverlauf lag er mit seinen Entscheidungen freilich nicht immer richtig.
"Richtig gute Reaktion gezeigt"
Trainer Markus Anfang rückte das Ergebnis freilich gleich in einen größeren Zusammenhang. Eine Woche nach der bitteren Lehrstunde in Oberhausen (1:6) habe das Team eine "richtig gute Reaktion gezeigt", stellte er zufrieden fest. Natürlich waren auch ihm "Dinge aufgefallen, die wir besser machen können", aber wichtiger sei für ihn im Moment, "dass die Entwicklung der noch sehr jungen Mannschaft stimmt". Gegen Fischeln standen nach den Ausfällen von Valentin Rittmann, Ruben Reichel, Mathias Labusga, Eduard Ungefug und Lars Schuchardt gleich sieben Kicker unter 22 Jahren in der Anfangsformation. Die legte vor allem in der ersten Hälfte eine ganz erstaunliche Spielkultur an den Tag. Höhepunkt war der erste Treffer in der 22. Minute: Nach einer berückenden Konterattacke über die rechte Seite mit Simon Kozany und Robert Niestroj als Vorarbeiter wuchtete Frederik Leufgen das Leder energisch in die Maschen.
Die Gäste, die auf Abwehrchef Stephan Maas und Stammtorhüter Till Kohnen verzichten mussten, drückten nach dem Seitenwechsel mit Macht auf den Ausgleich, "doch allzu viel haben wir nicht zugelassen", wollte Anfang festgehalten wissen. Die beste Chance vereitelte Kapitän Stefan Dresen, als er gegen Onur Özkaya auf der eigenen Torlinie rettete (53.). Zudem parierte Schlussmann Stefan Offermann mit den Fingerspitzen gegen einen fulminanten Schuss von Ömer Uzbay (50.).
Doch auf der anderen Seite boten sich auch den Hausherren erstklassige Kontergelegenheiten. Der fleißige, aber als einzige Spitze glücklose Mo Salou sowie Leufen bedienten Sven Raddatz gleich zwei Mal mustergültig. Alleine vor Keeper Jan Ritz blieb der Torjäger allerdings nicht cool genug und patzte. Eine Viertelstunde gab Anfang auch dem erst unter der Woche verpflichteten Deniz Yedek (Fortuna Düsseldorf). Er gefiel in dieser Zeit als ballsicherer Passgeber.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.