Als eines der letzten Fußballteams ist der Niederrheinligist SC Kapellen in die Vorbereitung gestartet. Neu-Trainer Markus Anfang gab sich sympathisch und locker, warnte aber vor zu großen Erwartungen.
Nachdem viele Fußballclubs an Rhein und Erft bereits in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet waren, begann am Sonntag auch beim ranghöchsten Verein aus dem Rhein-Kreis das Training. Viel zu sehen bekamen die rund 30 Zuschauer aber nicht. Zum einen lud der neue Trainer Markus Anfang die Niederrheinliga-Fußballer des SC Kapellen schon um 9 Uhr zum Trainingsauftakt, zum anderen ließ er die Spieler wegen der großen Hitze nur einen Waldlauf absolvieren.
Völlig vergebens waren die anwesenden Mitgliedern, Fans und Sponsoren aber nicht gekommen. Nach der Ausdauereinheit stellten sich Anfang, sein Co-Trainer Christoph Senf und die Zugänge noch kurz vor. Anfang machte gleich deutlich, auf was für einen Trainer sich die SCK-Fans einstellen können: transparent, ohne Berührungsängste und mit einem klaren Ziel. "Wir wollen erstmal die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen. Das wird schwer genug", sagte Anfang angesichts der Tatsache, dass die Reserve von Rot-Weiss Essen aus der Niederrheinliga eine 19er-Gruppe werden lässt, in der die drei Letzten direkt absteigen und der 16. noch in die Relegation muss.
"Aber wir wollen auch durchaus schönen Fußball sehen", ergänzte der Ex-Bundesligaprofi (79 Spiele für Düsseldorf, Schalke und Kaiserslautern), der sich bei den Kapellenern gleich beliebt machte, als er ankündigte, sich nach den Spielen im Vereinsheim den Fans zu stellen und über die Partien zu reden. Ganz wichtig sei ihm in dem Zusammenhang aber die Geduld der Zuschauer: "Wir haben eine Truppe mit vielen jungen Spielern, die alle keine Profis sind. Hier wird nicht täglich trainiert. Und bevor wir schönen Fußball spielen, müssen wir erstmal unsere Hausaufgaben machen", sagte Anfang, der zu bedenken gab: "Vielleicht sieht für den Zuschauer nicht alles immer von Beginn an logisch aus. Für uns Trainer wird es das aber sein."
An der Seite des Trainernovizen steht Christoph Senf, der zwar erst 33 Jahre alt ist, aber bereits seit 14 Jahren im Trainergeschäft. Über Fortuna Köln, Yurdumsspor Köln, Troisdorf und Brauweiler fand Senf, der sich als "Bindeglied zwischen Trainer und der Mannschaft" sieht, den Weg ins Erftstadion. Neu im Kader sind hoffnungsvolle Talente wie Arthur Graf (SV Uedesheim), Stefan Zabel (1. FC Mönchengladbach U 19), Simon Erkelenz (TSV Norf), Fabio Freericks (SC Fliesteden U 19) und Kevin Scholz (VfR Neuss). Die größten Hoffnungen setzen die SCK-Fans aber auf Lars Schuchardt (33), viele Jahre Torjäger bei Borussia Mönchengladbach II. Der Bruder des früheren SCK-Trainers Sven Schuchardt soll die chronische Sturmflaute beenden.
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