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Zweite Handball-Bundesliga: Sprachlosigkeit trotz Erfolgsbilanz

VON TOBIAS KÄUFER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009 - 21:30

TV Korschenbroich erwartet am Samstag den krisengeschüttelten HSC Coburg.

Hoffe darauf wieder so eine Jubelpose einnehmen zu können: der TV Korschenbroich. Foto: NGZ
Hoffe darauf wieder so eine Jubelpose einnehmen zu können: der TV Korschenbroich. Foto: NGZ

Hoch hinaus wollte der HSC Coburg in der Zweiten Handball-Bundesliga: Doch spätestens seit dem 23:36-Debakel gegen die TSG Friesenheim muss das internationale Starensemble um Trainer Georgi Sviridenko Hohn und Spott über sich ergehen lassen. "Hilflos – Schwach – Chaotisch" präsentiere sich der selbst ernannte Aufstiegsaspirant, schrieb die Neue Presse Coburg in Anlehnung an die Initialen des Vereinsnamens. In einer Krisensitzung am Dienstag analysiserte der Vorstand die sportlich dramatische Situation des Tabellenvorletzten (10:20 Punkte), schloss einen Trainerwechsel allerdings kategorisch aus.

So wird der ehemalige Düsseldorfer Coach Georgi Sviridenko auchmorgen um 19.30 Uhr in der Korschenbroicher Waldsporthalle sein Team betreuen und hoffen, dass am Niederrhein endlich der zweite Auswärtssieg der Saison gelingt. Bislang konnte Coburg nur beim Tabellenschlusslicht Leichlingen punkten. Doch ausgerechnet wegen der sportlich so prekären Situation warnt TVK-Trainer Khalid Khan eindringlich davor, dass letzte Heimspiel des Jahres auf die leichte Schulter zu nehmen. "In Coburg werden jetzt alle Kräfte mobilisiert werden. Die werden versuchen, bei uns die Kurve zu kriegen. Nach einer solchen Krisensitzung gibt es meist eine Reaktion der Mannschaft", glaubt Khan, "das wird eine verdammt schwere Aufgabe. Wir werden eine Top-Leistung bringen müssen, um gegen Coburg zu bestehen."

Auch beim TVK lief es zuletzt nicht rund: Zwei Niederlagen gegen Eisenach und in Neuhausen haben der November-Euphorie einen herben Dämpfer versetzt. Vielleicht hilft da ein Blick in die Statistik: Beeindruckende 22:4 Heimpunkte hat der TVK im laufenden Kalenderjahr in Regionalliga und Zweiter Bundesliga eingefahren. Und seit Khans Amtsantritt im November 2007 – der erste Heimspielgegner hieß am 8. Dezember 2007 übrigens Coburg (37:38) – gab es gar 54:10 (!) Zähler auf eigenem Parkett. Gelingt dem TVK gegen Coburg ein Heimerfolg, würde der TVK in jedem Falle mit einem positiven Punktekonto nach der EM-Pause ins neue Jahr starten, ganz gleich, wie die beiden ausstehenden Auswärtsspiele in Obernburg und Essen verlaufen.

Trotz der hervorragenden Bilanz ist hinter den Kulissen die Atmosphäre weiter angespannt: Zwischen Vorstand und Trainer herrscht Sprachlosigkeit. Khan erfuhr nach eigenen Angaben vom grünen Licht für Neuzugänge aus der Zeitung. Auch über die vom Vorstand angekündigten Weichenstellungen für die Zukunft weiß Khan nichts: "Über die personellen und strukturellen Planungen hat niemand mit mir gesprochen." Nicht zuletzt deshalb vermuten Insider, dass bei den angekündigten Weichenstellungen auch die Personalie Khan eine Rolle spielen könnte. Allen Erfolgsbilanzen zum Trotz.

Quelle: RP

 
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