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Tennis: Sprungbrett ins "große" Tennis

VON DAVID BEINEKE - zuletzt aktualisiert: 20.01.2011

Ab Sonntag wird im Büttgener Tespo-Sportpark schon zum siebten Mal um Punkte für die Tennis-Weltrangliste gespielt. Zum vierten Mal gibt's ein eigenes Frauen-Turnier, mit dabei auch Claudia Coppola vom TC BW Neuss.

Standen gestern im Hotel Park-Inn Rede und Antwort zum bevorstehenden Tennisturnier im Büttgener Tespo-Sportpark: (v.l.) Spielerin Claudia Coppola, Veranstalter Marc Raffel und Verbandstrainer Eric Jelen.   Foto:  S. Büntig
Standen gestern im Hotel Park-Inn Rede und Antwort zum bevorstehenden Tennisturnier im Büttgener Tespo-Sportpark: (v.l.) Spielerin Claudia Coppola, Veranstalter Marc Raffel und Verbandstrainer Eric Jelen. Foto: S. Büntig

Claudia Coppola und ihr Vater Pasquale sind froh, dass sie es in der kommenden Woche ruhiger angehen lassen können. Schließlich muss die 16-Jährige mal nicht im europäischen Ausland umherreisen, um ihrem Traumberuf Tennisprofi ein Stückchen näher zu kommen. Denn für die Spielerin des TC BW Neuss ist das Turnier der Future-Kategorie, das am Sonntag im Büttgener Tespo-Sportpark mit der Qualifikation beginnt, so etwas wie eine Heimpartie. Selbst wenn sie mit ihrer Familie in Erftstadt rund 60 Kilometer entfernt wohnt.

Obwohl die 16-Jährige noch die Realschule besucht, hat sie sich voriges Jahr bei Turnieren in Belgien, Italien und Frankreich auf die Jagd nach Weltranglistenpunkten begeben. Ihr Vater ist stets an ihrer Seite, als Bezugsperson, Coach, Betreuer, Seelentröster und Chauffeur in Personalunion. Als er sich vor zwei Jahren ein Auto zulegte, hatte es 19 000 Kilometer auf dem Tacho, inzwischen sind es deutlich über 200 000. "Wenn du nach oben kommen willst, musst du die internationalen Turniere spielen, wo es um Weltranglistenpunkte geht", betont Pasquale Coppola. Denn nur mit einer entsprechenden Weltranglistenposition gibt es die Chance, verlässlich in die Felder der höher dotierten Turniere der Challenger- oder später sogar der World-Tour-Kategorie zu kommen. "Deswegen ist es für die jungen Spieler in der Region auch so wichtig, dass es ein solches Turnier in Kaarst gibt", sagt Eric Jelen, der zweifache Davis-Cup-Sieger mit Deutschland ist seit vorigem Jahr Verbandstrainer im Leistungszentrum Essen. Der Tennisverband Niederrhein unterstützt das Turnier im Rahmen seiner Nachwuchsförderung. So erhält er Wildcards, also freie Startplätze, für seine größten Talente. Die haben dann die Möglichkeit, sich mit aufstrebenden Spielern aus ganz Europa zu messen, die auf dem Sprung ins "große" Tennis sind, oder mit solchen, die nach einem Leistungstief wieder nach oben wollen.

Info

Der Zeitplan

Sonntag 23.1., 9 Uhr, Qualifikation 1. Runde; Montag 9 Uhr, Qualifikation 2./3. Runde; Dienstag 14.30 Uhr, Einzel/Doppel Hauptfeld 1. Runde; Mittwoch 14.30 Uhr 1./2. Runde; Donnerstag 16.30 Uhr, 2. Runde; Freitag 16.30 Uhr, Viertel-/Halbfinale; Samstag 16.30 Uhr, Halbfinale Einzel, Finale Doppel; Sonntag 30.1., 12 Uhr, Finale Damen, ca. 14 Uhr, Finale Herren

Die aktuelle Setzliste der Herren führt etwa der 20-jährige Finne Henri Kontinen an, aktuell die Nummer 273 der Weltrangliste, dem eine glänzende Zukunft prophezeit wird. Dabei ist aber auch der 28-jährige Kroate Roko Karanusic, der 2009 schon mal 88. der Weltrangliste war, jetzt aber nur noch auf Rang 426 geführt wird. Claudia Coppola will bei den Frauen endlich ihre Chance nutzen, nachdem sie in den beiden vergangenen Jahren früh ausgeschieden war. Weil ihr Turnierveranstalter Marc Raffel wieder eine Wildcard gegönnt hat, muss sie sich nicht durch die Qualifikation quälen. Raffel traut ihr einiges zu: "Claudia hat alle Schläge drauf. Wenn sie es schafft, ihren Kopf in den Griff zu kriegen und konstanter zu spielen, kann sie solch ein Turnier vielleicht auch mal gewinnen."

Info Internet www.atp-kaarst.de

Quelle: NGZ


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