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Dritter Berglauf beschert 25-Jähriger erste WM-Teilnahme: Steffi Buss auf Höhenflug

zuletzt aktualisiert: 29.08.2000 - 21:22

Zum Berglauf kam sie eher wie die Jungfrau zum Kind, jetzt steht sie bereits im Nationalteam und am übernächsten Wochenende an der Startlinie, wenn in Bergen am schönen Chiemsee die Berglauf-Weltmeisterschaften anstehen, zu denen etwa 120 Läuferinnen aus 32 Nationen gemeldet sind - dann ist auch Steffi Buss dabei, die seit knapp zwei Jahren das Trikot des ASC Rosellen trägt.

Nein, besonders vorbereitet habe sie sich nicht, außeredem sei der Wettbewerb am 2. September überhaupt erst ihr dritter Berglauf. Also scheint die 25-jährige offensichtlich Talent für diese Art und Weise der Fortbewegung zu besitzen, zu der sie vor knapp einem Jahr erst von ASC-Trainer Uwe Sander überredet worden war. Damals standen die Deutschen Berglauf-Meisterschaften auf dem Programm, und weil den Rosellenerinnen noch eine dritte Frau für die Mannschaftswertung fehlte, machte Steffi Buss einfach mal mit.

Am Ende standen Buss, Susanne Wildner und Ute Jenke ganz oben auf dem Siegertreppchen und mit dem Meistertitel da. Jenke stellte damals Buss, die im Gesamteinlauf auf den guten vierten Platz gekommen war, dann sogleich dem Fachwart für den Berglauf, Wolfgang Münzel vor. Und der schlug der Rosellenerin vor, noch einen weiteren Leistungsnachweis "am Berg" zu erbringen, wenn sie Interesse an einer Nominierung für die Weltmeisterschaft habe.

So absolvierte Steffi Buss dann den zweiten Berglauf ihres Lebens beim WM-Qualifikationswettkampf im österreichischen Telfes, wo sie auf den guten sechsten Platz kam, dabei zweitschnellste Deutsche war und damit das WM-Ticket löste - das sie nun wieder in die Nähe der Alpen führen wird.

Und das den Läuferinnen - für Deutschland starten noch Ellen Schönert (Rosenheim) und Birgit Sonntag (Berlin) wieder einiges abverlangen wird. Schon bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Reichenhall waren auf der Elf-Kilometer-Distanz satte 1100 Meter Höhendifferenz mit Steigungen bis zu 26 Prozent zu bewältigen, der WM-Kurs ist bei gleichem Höhenunterschied "nur" 8,7 Kilometer lang, kein Zuckerschlecken also.

Doch Buss macht sich da keine großen Sorgen. "Trainiert habe ich dafür nicht extra. Ich freue mich auf die WM, das soll für mich ein schönes Erlebnis werden und ist sportlich betrachtet für mich natürlich das Höchste der Gefühle. Und die Trainingsbedingungen wären ohnehin kaum vorhanden für die Studentin (Deutsch/Englich/Kulturwissenschaft), die in Münster kurz vor dem Examen steht. "Hier ist alles flach, ordentliches Berglauftraining also nicht möglich", erklärt die 25-jährige, die neben dem sechsmaligen wöchentlichen Lauftraining momentan ihren Spaß an Roller Blades entdeckt hat.

"Laufen kann ich aber besser", gesteht sie freimütig. Und mit dem ASC Rosellen hat sie schon einige Erfolge auch abseits der Berge erzielt. Bei der Deutschen Cross-Meisterschaft 1999 lief sie mit Ute Jenke und Steffi Soeder in der Langstrecke zum Vizemeistertitel, in der Einzelwertung kam sie auf Platz sechs, sicherte sich vorher den Meistertitel des Landesverbandes Niederrhein ebenfalls auf der Langstrecke. "Sie war für unser Team ein Glücksgriff", erklärt Uwe Sander, der Buss nach Straßen- und Crossläufen erst ein wenig zum ersten Berglauf überreden musste.

Hektik mag sie gar nicht, "wenn sie sich dann aber einmal zu etwas entschlossen hat, muss man mit ihr rechnen", so der Coach, der ihren Laufschritt für den Berglauf als besonders günstig ansieht. Doch zunächst steht für Steffi Buss am Sonntag noch der Kö-Lauf auf dem nicht gerade umfangreichen Wettkampfprogramm, außerdem genießt derzeit das Studium in der Endphase die Priorität, wo sie sich in ihrer Magisterarbeit dem bürgerlichen Realismus nähert, aber dennoch ruft am 2. September erst einmal der Berg...... Ralf Angenendt



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