Manfred Schwarz (TG Neuss) und Christoph Grathes (Osterather TV) sind ganz sicher nicht die allerbesten Freunde, doch vor dem Gipfelkampf der beiden Spitzenklubs in der Basketball-Oberliga der Damen herrscht ausnahmsweise mal Einigkeit zwischen den beiden Trainern: „Der Druck lastet auf der TG Neuss.“
Nach der Niederlage gegen den Garather SV können sich die Gastgeberinnen am Samstag (16.30 Uhr) in heimischer Hammfeldhalle keinen weiteren Patzer erlauben. „Dann hätte ich nicht mehr viel Hoffnung, was den Aufstieg anbelangt“, bestätigt Schwarz.
Der noch unbesiegte OTV, als Erster zwei Punkte besser als der Lokalrivale, sieht sich indes nicht als Favorit. Grathes ist vielmehr davon überzeugt, „dass der gewinnt, der in diesem Spiel besser drauf ist und schneller die Nervosität ablegt“.
Für die TG-Mädels, so jedenfalls sieht das ihr Trainer, spräche die „etwas längere Bank.“ Dafür aber habe es die erste Fünf der Gäste durchaus in sich: Mit Simona Schmitz arbeitete er in Neuss, Homberg und Oberkassel zusammen, Blanka Krzymyk gehörte 1999 sogar zum Team der TG Neuss, das unter Schwarz den DM-Titel (U16) holte.
„Viel Respekt habe ich auch vor Andrea Gather sowie den starken Centern Anja Viebahn und Andrea Ertelt. Aber mal sehen, was danach kommt …“ Kollege Grathes interessieren derlei Einschätzungen freilich nicht die Bohne. „Man kann auch 40 Minuten mit fünf Leuten durchspielen“, belehrt er, verweist aber umgehend auf seine Bank. „Ich sehe nicht nur meine erste Fünf.
Wir können Neuss schlagen.“ Im Endspiel des Kreispokals ist das vor der Saison schon gelungen. Beim 68:64-Sieg hatte Osterath zunächst sehr hoch geführt, ehe das Derby um ein Haar noch gekippt wäre. Grathes: „Wir bekamen konditionelle Probleme, und wenn das Spiel zwei Minuten länger gedauert hätte, hätte die TG wohl gewonnen.“
In diesem Match standen Neuss Gabi Münster (aus Essen), die Grathes im Sommer gerne nach Osterath geholt hätte, und Laura Glockseisen noch nicht zur Verfügung.
Psychologisch sieht der OTV-Trainer seine Mädels im Vorteil, „denn wir sind einfach nur froh, dass wir oben mitspielen. Das hatte man von uns nicht erwartet.“ Die TG hatte dagegen mit ihren Ambitionen nie hinterm Berg gehalten. Der Aufstieg war von Anfang an das erklärte Ziel.
„Und darum müssen die Mädchen jetzt Farbe bekennen“, fordert Schwarz, der nicht vergessen hat, dass es für seine Schützlinge gegen die Top-Teams der Liga bislang nie richtig rund lief. Gut möglich, dass er im Derby deshalb in die Trickkiste greift: „Vielleicht ziehe ich ja noch einen Trumpf aus dem Ärmel …“
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