Wieso es in der Rückrunde der Tischtennis-Oberliga so gut läuft für die TG Neuss? Einen herausstechenden Grund kann auch bei den Quirinusstädtern niemand dafür finden, wieso sich der Erfolg in den ersten fünf Spielen des neuen Jahres so massiv eingestellt hat und man auf dem besten Wege ist, dem Abstiegsgespenst den Garaus zu machen.
Vorläufiger Höhepunkt der Erfolgswelle war am Sonntag der 9:7-Sieg gegen den Tabellendritten ASV Süchteln, am Spieltag davor hatte die TG auch schon dem Tabellenzweiten TuS Xanten einen Punkt abgeknöpft. Dank der insgesamt 6:4 Punkte aus der Rückserie stehen die Neusser auf Rang neun und haben sich etwas Luft zur Abstiegsregion verschafft. "Wir sind selber überrascht, dass wir so gewaltige Fortschritte gemacht haben", kann auch TG-Abteilungsleiter Ralf Peerenboom die Serie der guten Ergebnisse nicht an einem bestimmten Ereignis festmachen.
Wie so oft im Sport dürfte es auch im Fall der TG das Zusammenwirken mehrerer Faktoren gewesen sein, was den Aufschwung herbei geführt hat. So erwies sich beispielsweise die Umstellung der Mannschaft durch den Verband nach der schwachen ersten Serie als Segen. Dirk Kasper und Norbert Schagun, die im oberen Paarkreuz durch gesundheitliche Probleme weit unter ihren Möglichkeiten blieben, fühlen sich in der Mitte pudelwohl und auch der an Brett zwei aufgerückte Ludger Kreuels setzte zu wahren Höhenflügen an.
In den fünf Partien in 2003 legte er eine beeindruckende 8:2-Bilanz hin, wobei er in den Partien gegen Xanten und Süchteln gegen hochkarätige Gegner ungeschlagen blieb und auch im Match gegen Klassenprimus Uerdingen ein Spiel gewann. Schon vor zwei Jahren hatte er einmal freiwillig einen Ausflug ins obere Paarkreuz gewagt, war damals aber deutlich überfordert. "Ich kann mir auch nicht genau erklären, wieso ich einen solchen Lauf habe. Mehr trainieren tue ich jedenfalls nicht", meint der 30-Jährige, der schon in der elften Saison für die Quirinusstädter spielt.
"Vielleicht liegt es daran, dass ich momentan ziemlich locker bin und einfach ein gutes Gefühl habe." Gründe für seine Lockerheit sieht Kreuels auch in seiner beruflichen Situation. Nachdem er als Orthopädischer Schuhmachermeister im vergangenen Jahr den Betrieb seiner Eltern übernommen hatte, bringt er mittlerweile Job und sportliches Hobby wesentlich besser unter einen Hut. "Hinzu kam, dass ich die Umstellung nach oben als zusätzliche Motivation empfunden habe", erklärt Kreuels, der seiner Meinung nach auch davon profitiert, dass an der Spitze wesentlich schneller gespielt wird. "Bei meiner Spielanlage bin ich vom dem Druck abhängig, den meine Gegner machen. Und der ist an Brett eins und zwei wesentlich größer."
Egal, was die genau die Ursachen für die Leistungssteigerung der Neusser sind, wichtig ist für den Verein, dass man langsam in Richtung Klassenerhalt planen kann. Schließlich strebt die TG mittelfristig nach höheren Zielen. "Die Tendenz ist gut, aber wir dürfen nicht nachlassen. Es kommen noch wichtige Spiele", warnt Ralf Peerenboom. David Beineke
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