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Lokalsport: Tillmanns jubeln über Heimsiege

VON MAREIKE ROSZINSKY - zuletzt aktualisiert: 14.03.2010 - 21:30

Die Gut Neuhaus Indoors waren mal wieder Publikumsmagnet – rund 2000 Pferdefans pilgerten nach Grevenbroich-Neukirchen. Die siebte Auflage des Springturniers endete mit einem Überraschungssieg im Großen Preis durch Rafael Eden auf der erst siebenjährigen Stute Positana.

Über stolze 2,05 Meter flog Frederic Tillmann auf Acydor am Samstagabend zum Sieg im Mächtigkeitsspringen, dem Publikumsrenner der Gut Neuhaus Indoors: Die Tribünen der Reithalle waren zum Bersten gefüllt – insgesamt sahen über 2000 Zuschauer Spitzen-Springsport an drei Turniertagen. Foto: Lothar Berns

Neukirchen Sie waren mal wieder das Glanzlicht der Hallensaison für die Pferdesportfans der Region – die Gut Neuhaus Indoors in Grevenbroich. Rund 2000 Zuschauer pilgerten am Wochenende auf das Gestüt, um Springsport der Spitzensport zu erleben. Dafür sorgten zur Freude aller angereisten Fans die heimischen Parcourscracks.

Höhepunkt Nummer eins und absoluter Publikumsmagnet war das Mächtigkeitsspringen am Samstagabend. Eine halbe Stunde mussten Besucher zeitweise am Eingang warten, weil der Andrang so groß war. Hofherr Friedhelm Tillmann ließ spontan den Zuschauerraum in der Halle vergrößern – zu viele wollte direkt am Geschehen mitfiebern. Die sportlichen unter den Zuschauern kletterten sogar auf die Fensterbänke in zwei Meter Höhe, um ja nichts zu verpassen! Ihr Wagemut zahlte sich aus. Denn die Schwindelfreien erlebten einen emotional bewegenden Sieg von Juniorchef Frederic Tillmann. Im dritten Stechen übersprang der 30-Jährige auf dem zehnjährigen Hengst Acydor als Einziger der insgesamt 18 Teilnehmer die 2,05 Meter hohe Mauer. Noch in der Luft blickte sich Tillmann um – und jubelte sofort los. Mit ihm rund 1000 Zuschauer. "Wahnsinn", kommentierte er diesen Erfolg, der "nicht unbedingt zu erwarten war".

Info

Mächtigkeitsspringen

In der Bahn stehen vier Hindernisse: Steil, Oxer, Mauer und Triplebarre. Die ersten zwei zum "Aufwärmen", Fehler an diesen zählen nicht. Runde für Runde wird die Mauer höher. Wer Fehler macht, ist raus. Am Ende siegt, wer die höchste Mauer überspringt.

"Gänzlich sprachlos" war sein Bruder Gilbert Tillmann am Sonntagnachmittag. Nachdem er selbst auf Hello Max, der nach fast einjähriger Pause wieder in den Sport zurückkehrte, im Großen Preis kein Erfolgserlebnis verbuchen konnte (14,25 Fehlerpunkte), war seine Laune in den Keller gerutscht. Nur Minuten später konnte er dennoch jubeln. Denn seine erst siebenjährige Stute Positana sorgte für die Überraschung der Indoors. Unter Rafael Eden, seit Jahresbeginn auf Gut Neuhaus beheimatet, kam sie nicht nur fehlerfrei durch den ersten Umlauf des S**-Springens, sondern auch ohne Abwürfe durch die Siegerrunde der besten Acht. Dabei hatte Eden die Stute eigentlich gar nicht reiten wollen, "zu jung, zu unerfahren", schätzte er die schwarzbraune Pferdedame ein, die erst vier S-Springen absolviert hatte. Doch "Chef" Friedhelm Tillmann entschied anders, Eden sattelte Positana, siegte und machte damit Gilbert Tillmann zum glücklichsten Pferdebesitzer des Tages. "Ich kann das gar nicht fassen", sagten Reiter und Besitzer unisono. Noch am Morgen hatte Eden nach zwei Fehlern der Stute im Youngster-S aufgegeben. Sechs Stunden war Positana dann wie verwandelt – und überraschte alle. Zum ersten Mal nach 2006, als Gilbert Tillmann selbst den Großen Preis gewann, ging der Sieg wieder an einen Reiter aus dem Kreis-Pferdesportverband Neuss.

Insgesamt war die siebte Auflage der Gut Neuhaus Indoors wieder ein voller Erfolg. "Wir sind mit der Resonanz und dem gezeigten Sport sehr zufrieden", erklärte Cheforganisator Friedhelm Tillmann.

Info: Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.bila.de abrufbar.

Quelle: NGZ

 
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