Am Samstag beginnen in Warschau die europäischen Special Olympics Sommerspiele. Unter den 1600 Athleten aus allen Teilen des Kontinents sind auch Tischtennis- und Tennisspieler aus dem Rhein-Kreis Neuss vertreten.
Kurz vor der Abfahrt erreichte Stefan Bulla am Montag die frohe Botschaft. Dem Athleten von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) wird die besondere Ehre zuteil, als einer von drei Fahnenträgern an der Spitze der deutschen Mannschaft am Samstag bei der Eröffnungsfeier der europäischen Special Olympics Sommerspiele für geistig behinderte Sportler ins Stadion zu marschieren. Klar, dass die Vorfreude auf das Großereignis in der polnischen Hauptstadt Warschau bei Bulla groß ist: "Ich will möglichst gut spielen und freue mich auf das Land, denn da war ich noch nie."
Bulla ist allerdings nicht der einzige Sportler, der die Farben des Rhein-Kreises Neuss unter den 1600 Athleten aus knapp 60 Ländern vertritt. Er reist heute mit dem deutschen Tischtennisteam in Warschau an, zudem auch sein GWN-Kollege Jonas Buchhorn sowie Kerstin Lüllwitz und Ilse Chudaska von der WfB Hemmerden gehören. Komplettiert wird die Mannschaft von Diana Listing aus Thüringen und Rene Quarre aus Mönchengladbach. Als Trainer mit von der Partie ist GWN-Sportlehrer Thomas Gindra. Auch bei den Tennisspielern kommt der Trainer in Gestalt von Hermann Müller aus Neuss. Er schickt vier seiner Schützlinge vom NTC Stadtwald ins Rennen: Christoph Schmitz, Madeleine Eifert, Carmen Lelittko und Patrick Haberland. Dazu kommen für das Tennisteam noch Anja Rossol aus Düsseldorf und Thomas Wendt aus Münster. "Wir sind richtig gut drauf. Ich hoffe, dass wir unseren Titel als erfolgreichste Mannschaft bei den europäischen Sommerspielen verteidigen können", meinte Müller gestern kurz vor der Abreise nach Polen. Sowohl die Tennis- als auch die Tischtennisspieler bereiteten sich in Trainingslagern vor. Eine besondere Motivationsspritze gab's durch einen Besuch bei Borussia Düsseldorf, wo sogar ein Treffen mit den Tischtennisprofis Timo Boll und Christian Süß auf dem Programm stand.
Neun Sportarten
Weil sich keine Ausrichterstadt fand, gab's die bislang letzten europäischen Special Olympics Sommerspiele im Jahr 2000 in Groningen. In Warschau wird es Wettkämpfe in den Sportarten Badminton, Unified Basketball, Bowling, Fußball, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Roller Skating, Tennis und Tischtennis geben.
Doch so gerne die geistig Behinderten und ihre Trainer Erfolge feiern und mit Medaillen nach Hause kommen, allen ist klar, dass die Bedeutung der Special Olympics zuvorderst auf einer anderen Ebene liegt: "Die Athleten leben die Special Olympics Idee. Dabei sein steht im Vordergrund und mit den Mitteln des Sports erfahren sie Leistung und Anerkennung in der Gesellschaft", erklärt Coach Thomas Gindra. So gibt es für die Teilnehmer nach ihrer Ankunft bis zum Start der Wettkämpfe am Sonntag auch ein sogenanntes Host Town Program. Durch unterschiedliche Angebote wollen die Gastgeber den Sportlern ihre kulturellen Besonderheiten vorstellen.
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