Spiel Nummer eins nach dem Weggang von Christoph Schindler ging verloren für den TSV Dormagen, doch bei der 20:32-Niederlage beim THW Kiel zog sich der Handball-Bundesligist am Mittwochabend anständig aus der Affäre.
Es kommen schwere Zeiten zu auf den TSV Dormagen. Das keineswegs, weil der Handball-Bundesligist am Mittwochabend beim Deutschen Meister THW Kiel seine 15. Saisonniederlage kassierte. Doch das 20:32 (Halbzeit 12:16) machte deutlich, dass der TSV ohne seine besten Torschützen Probleme haben wird auch gegen schwächere Gegner, als es der THW Kiel am Mittwoch war, zu gewinnen.
Denn die Lücke auf der linken Rückraumposition, die Schindlers Wechsel zum VfL Gummersbach gerissen hat, ist sehr groß. Spyros Balomenos jedenfalls wird sie nicht ausfüllen können. Das machte die Anfangsphase deutlich, als dem griechischen Nationalspieler wieder eine ganze Reihe von Abspielfehlern unterliefen, ebenso wie seinem Landsmann Konstantinos Chantziaras auf der anderen Seite.
So hatte der THW Kiel in der erneut ausverkauften Ostseehalle wenig Mühe, die Partie schon frühzeitig für sich zu entscheiden. 6:1 führte der Meister nach elf Minuten, 9:3 hieß 180 Sekunden später. Da hatte TSV-Trainer Kai Wandschneider genug gesehen, er nahm nicht nur eine Auszeit, sondern beorderte auch seine Griechen auf die Bank. Für sie kamen Christian Nippes und Nils Meyer, dessen Einsatz nach einer schweren Wadenzerrung sich erst nach der morgendlichen Trainingseinheit in der Ostseehalle entschieden hatte.
Mit beiden kamen die Gäste weitaus besser ins Spiel und konnten innerhalb von fünf Minuten den Abstand bis auf vier Tore verkürzen. Das hatten sie auch einem wie schon am Freitag beim 28:23-Sieg über Lübbecke glänzend aufgelegten Jens Vortmann zwischen den Torpfosten zu verdanken, der am Ende mit 13 gehaltenen Bällen auf dem Spielbericht stand. Trotzdem setzte sich immer mehr die größere individuelle Klasse des Deutschen Meisters durch.
Im zweiten Durchgang glich die Partie dann streckenweise einem Testspiel, denn spätestens nachdem die Hausherren erstmals auf einen Zehn-Tore-Vorsprung weggezogen waren (21:11/37.), nutzten beide Trainer die Gelegenheit zum experimentieren und gaben allen Akteuren Einsatzzeiten.
Trotzdem oder vielleicht auch weil sich die Reservisten bei ihren Trainern empfehlen wollten, zogen die Kieler bis auf einen 14-Tore-Vorsprung (31:17/56.) davon. Doch es spricht für die Moral der arg gebeutelten Dormagener, dass sie ein Debakel vermeiden konnten. Das und die Torhüterleistung von Jens Vortmann machen Mut für die kommenden Aufgaben. Doch ob das reicht, um die Klasse zu halten, ist mehr als fraglich.
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