Jörg Ferber, Trainer des Fußball-Landesligisten VfR 06 Neuss, wusste nach der 0:3-Heimniederlage (Halbzeit 0:3) gestern Abend im Traditionsduell mit dem TuS Grevenbroich nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Einigermaßen froh stimmte ihn, dass seiner aus der Not geborenen Truppe ein Debakel erspart geblieben war.
Nach einer Viertelstunde hatte der Coach angesichts eines 0:2-Rückstands befürchtet, "dass wir richtig abgeschossen werden". Weil die Grün-Weißen aber den zweiten Durchgang ohne Gegentor überstanden, rang sich Ferber sogar noch ein Lob ab: "Wir wissen, dass noch sehr viel Arbeit auf uns wartet, aber die Jungs wollen."
Dass den ohne Boubacar Coulibaly und Patrick Breidohr angetretenen Hausherren eine schlimmere Abfuhr erspart blieb, lag freilich in erster Linie an den Schlossstädtern. "Wir haben uns das Leben selber schwergemacht", bemängelte Kapitän Stephan Volk. Dem Kopfballtreffer von Marcel Koch im Anschluss an eine Ecke von Lars Faßbender (10.) hatte Marcel Schauf zwar prompt das 2:0 (15.) folgen lassen, doch gegen vor allem vor der Pause erschreckend orientierungslose Gastgeber verpasste es der TuS, entscheidend nachzulegen. Dass durch Tim Allroggen nur noch das 3:0 (36.) gelang, ging auch Volk ziemlich gegen den Strich. "Wie schon bei der Niederlage in Solingen ist es uns nicht gelungen, unsere erstklassigen Torchancen zu verwerten", kritisierte er.
Vor allem nach der Pause enttäuschten die favorisierten Grevenbroicher arg. Die durch die Hereinnahme von Hasen Er und Zeljko Djuric stabilisierte Abwehr des VfR hielt, wurde aber auch kaum noch wirkungsvoll unter Druck gesetzt. Und das ärgerte den Sportlichen Leiter Franz-Josef Esser kolossal: "Wir haben das Fußballspielen in der zweiten Halbzeit eingestellt. Das ist nicht okay." Ferber blickte schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff voraus. "Am Montag haben wir gegen Oberhausen ein bisschen Spaß und nächste Woche holen wir uns den nächsten Sieg."
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