Gegen Tabellenführer Friesenheim hatte Handball-Zweitligist TV Korschenbroich nie eine Siegchance. Deshalb nutzte Trainer Khalid Khan die Gelegenheit, seine Nachwuchsleute auf kommende Aufgaben vorzubereiten.
Korschenbroich Müde und ausgelaugt bedankten sich die Zweitliga-Handballer des TV Korschenbroich nach der 31:36 -Heimniederlage (Halbzeit 16:19) gegen Spitzenreiter und Aufstiegsfavorit TSG Friesenheim bei den gut 700 Zuschauern in der Waldsporthalle. „Meine Mannschaft hat alles gegeben. Mehr ist gegen einen Gegner, der uns körperlich und personell überlegen war, nicht drin”, lobte TVK-Coach Kahlid Khan das erneut kämpferisch überzeugende Auftreten seiner Schützlinge. Auch Routinier Jörn Ilper war sich anschließend sicher: „Wenn wir so spielen, werden wir die nötigen Punkte holen.” Überraschend ließ Khan den zuletzt glücklosen Mathias Deppisch über 60 Minuten auf der Bank schmoren. Und als Markus Breuer bei seinem Kurzeinsatz erneut eine Großchance vergab, war auch für ihn die Partie beendet. Die in der vergangenen Regionalliga-Saison so gefürchtete Flügelzange erhielt eine kollektive Denkpause.
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SG Bietigheim Mit einem blauen Auge davon kam der nächste Korschenbroicher Gegner: Gegen den Tabellenletzten Leichlinger TV lag die SG nach 51 Minuten mit 30:34 im Hintertreffen, ging 26 Sekunden vor Schluss durch ein Tor von Christian Schäfer mit 35:34 in Führung, nur um 25 Sekunden später den Treffer von Florian Korte zum 35:35-Endstand hinnehmen zu müssen.
Stattdessen warf Khan seine jungen „Azubis” ins kalte Wasser: Dominik Kasal, Christoph Gelbke und Robin Doetsch erhielten überraschend viele Spielanteile und zugleich kostenlosen Unterricht, wie es in der Zweiten Liga zu geht. „Wir werden sie angesichts der dünnen Spielerdecke in den nächsten Wochen noch brauchen. Dann ist jede Minute Zweitliga-Erfahrung entscheidend”, begründet Khan seine Entscheidung und erhielt Rückendeckung von Co-Trainer Ilper: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der jungen Spieler.”
Eine realistische Chance hatten die Gastgeber gegen einen überlegenen Tabellenführer eigentlich nie. Zwar gelang den Hausherren nach ausgeglichenem Beginn eine zwischenzeitliche 15:13-Führung (25.), doch danach zog Friesenheim das Tempo an und auch dank der Treffer des überragenden Kreisläufers Evgeni Pevnov auf 18:15 davon. Von diesem Vorsprung und auch von dem ein oder anderen umstrittenen Pfiff des schwachen Schiedsrichtergespanns Schembs/Weyell, das fast ein halbes Dutzend viel versprechender Korschenbroicher Angriffe vorzeitig unterband, anstatt die Vorteilsregel anzuwenden, zehrten die Gäste bis zum Ende der Partie. Zudem fand auch diesmal EM-Held Thomas Bauer noch keinen Weg aus seiner Formkrise. Zumindest Marcel Leclaire konnte gegen Ende der Partie noch ein paar wichtige Bälle entschärfen. Als Kreisläufer Marcel Görden in der 38. Minute nach einer doppelten Zeitstrafe die Rote Karte sah und wenig später auch Coach Khan die Fassung verlor und mit einer Bankstrafe bedacht wurde, war die Partie endgültig zu Gunsten des Bundesliga-Aspiranten entschieden.
Nach zuletzt 0:8 Punkten in Serie ist die Abstiegszone mittlerweile bedrohlich nahe gekommen: Nur noch sechs Zähler beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Die in der Winterpause personell aufgerüstete Konkurrenz rückt Woche für Woche näher. Das Heimspiel am Samstag gegen Bietigheim ist deshalb schon ein Schlüsselspiel.
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