Der VfR Neuss und der TuS Grevenbroich bestreiten morgen das erste Landesliga-Derby der noch jungen Fußballsaison. Während sich der VfR über zwei Zugänge freut, hadert TuS-Trainer Uwe Kühn mit den Bedingungen.
Die Parallelen zwischen den Landesliga-Fußballern des VfR Neuss und des TuS Grevenbroich sind auffällig: Beide haben einen durchwachsenen Saisonstart hinter sich, beide wissen nicht, wo sie stehen. Am ersten Spieltag gewannen sie ihre Heimspiele, danach folgten bittere Pleiten in der Fremde, bevor beide am dritten Spieltag zum Zuschauen verdammt waren. Doch eine genaue Betrachtung zeigt, wie wenig die beiden, die sich morgen ab 19 Uhr im Stadion an der Hammer Landstraße gegenüberstehen, wirklich gemein haben.
Da sind allein die Saisonziele. Während die Neusser nach dem Weggang fast ihres kompletten Kaders vor dem Neuaufbau stehen und Trainer Jörg Ferber den Klassenerhalt als einzig realistisches Ziel ausgegeben hat, wollen die Grevenbroicher am liebsten ganz oben anklopfen. Doch nach den ersten Wochen der Saison sieht Trainer Uwe Kühn die Lage in der Schloss-Stadt eher skeptisch: "Ich weiß nicht, ob wir in unserer momentanen Verfassung ein Kandidat für den Aufstieg sind", sagt der Coach mit Blick auf die Unregelmäßigkeiten im Spielbetrieb. Erst am vergangenen Freitag fiel die Heimpartie gegen den 1. FC Mönchengladbach wegen angeblicher Unbespielbarkeit des Platzes aus. Für Kühn ein Unding: "Ich war abends auf dem Platz. Es waren fast 20 Grad und der Rasen war in einem Topzustand", erzählt der Coach, der von "katastrophalen und Landesliga unwürdigen Zuständen" spricht, "wenn Spiele jetzt schon im August ausfallen müssen".
Wenige Tore im Vorjahr
In der vergangenen Saison rissen die beiden Duelle zwischen dem damaligen Spitzenteam VfR 06 Neuss und dem TuS Grevenbroich niemanden vom Hocker. Das Hinspiel gewann der VfR mit 1:0 durch einen Treffer von Kai Pelzer (jetzt in Nievenheim), das Rückspiel endete torlos 0:0.
Direkt kamen Erinnerungen an die vorige Saison hoch, in der die Grevenbroicher wegen zahlreicher Spielausfälle wochenlang zum Zuschauen verdammt waren, dann aber sieben Spiele in 21 Tagen absolvieren mussten. "Da haben wir entscheidende Punkte liegenlassen, weil der Rhythmus komplett gefehlt hat. Dabei gehe es jetzt nicht nur um die Spiele, auch im Training müsse seine Truppe derzeit auf die alte Wiese ausweichen. "Die Jungs stehen knöcheltief im Matsch, überall sind Kaninchenlöcher", ärgert sich Kühn. Zwar hat er Glück, dass sich (noch) niemand verletzt hat, eine Prognose für morgen möchte Kühn aber nicht abgeben.
Besser gelaunt ist VfR-Coach Ferber, der durch die Verpflichtung von Patrick Breidohr (Bayer Dormagen) und Hassan Er (zuletzt vereinslos) wieder Stabilität in die Defensive bringen will. "Wir haben in Mönchengladbach gesehen, wie wichtig es ist, dass jemand Verantwortung übernimmt", sagt Ferber und hofft, dass das durch die beiden Neuen klappt. So könne sein Team auch gegen einen übermächtig wirkenden Gegner bestehen: "Der TuS hat ein starkes Team, aber bei uns ist alles möglich, wie man in den ersten Spielen gesehen hat."
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