Zwar schließt sich für ihn das Kapitel SC Kapellen nach nur einem Jahr am Saisonende, doch kalt lässt Trainer Peter Wynhoff sein Job im Erftstadion keineswegs. Und darum beschäftigen ihn die überaus mauen Vorstellungen seiner Verbandsliga-Fußballer in Ratingen und Oberhausen auch noch vor dem nächsten Trip in die Fremde am Montag nach Goch.
„Der Punkt in Oberhausen“, setzt er an, „war völlig unverdient. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft nichts mehr getan“. Angesichts dieser „katastrophalen“ Darbietungen müsse er sich als Trainer schon die Frage stellen, „ob es wirklich nur daran liegt, dass Marco Ketelaer und ich den Verein verlassen …“. Dabei, fügt der ehemalige Profi an, gehe es doch gar nicht um seine Person. „Die Spieler müssten sich doch empfehlen - ganz gleich ob für die nächste Spielzeit in Kapellen oder für einen neuen Klub.“
Darüber hinaus hätten die Jungs auch eine Verpflichtung dem treuen Publikum gegenüber. „Unsere Fans begleiten die Mannschaft bei Auswärtsspielen und bekommen dann so einen Fußball geboten. Das geht nicht.“
Erst ein Heimsieg für Goch
Unter Umständen aber ist das Match in Goch genau die richtige Medizin für die SCK-Kicker, denn die Viktoria, in der Tabelle als Fünfte nur wegen des schlechteren Torverhältnisses einen Rang hinter dem punktgleichen SCK aufgeführt, bekommt in dieser Saison vor heimischem Publikum kein Bein auf den Boden. Gerade mal ein Sieg steht im Hubert-Houben-Stadion zu Buche - ein auch noch schmeichelhaftes 3:2 über den Neuling SV Hönnepel-Niedermörmter. Standen die Mannen von Trainer Hartmut Scholz, der seinen Vertrag ebenso wie das Gros seines Teams bereits um ein weiteres Jahr verlängert hat, in der Abwehr zuletzt sicher, so sind im Spiel nach vorne deutliche Defizite zu verzeichnen. Das könnte auch daran liegen, dass mit Jens Schulz (chronische Leistenbeschwerden) der Mann fürs Kreative seit Monaten nicht richtig auf die Beine kommt.
Am Montag wird das Problem noch dadurch verschärft, dass mit dem in dieser Spielzeit bereits fünf Mal erfolgreichen Stephan Galster (Muskelfaserriss) und Björn Tebart (Reizung am Sprunggelenk) zwei weitere Offensivkräfte auszufallen drohen. Im Hinspiel waren bei den Gochern, die vor der Saison zu den heißen Aufstiegskandidaten gezählt wurden, Spielmacher Olcay Bükrü und die flinke Spitze Roman Galenko (sechs Treffer) die auffälligsten Akteure. Beim 2:2 war es Kapellen damals nicht gelungen, einen 2:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Probleme personeller Natur kennt Wynhoff kaum. Nur hinter dem Einsatz von Dalibor Cvetkovic, dessen eigentlich längst auskuriert geglaubter Muskelfaserriss ihm wieder Probleme bereitet, steht noch ein Fragezeichen. Für ihn könnte Sven Raddatz auf die linke Außenbahn rücken, den dann freien Posten in der Spitze neben Frank Klasen würde der Coach mit Eduard Ungefug besetzen.“ „Grund zu wechseln“, findet Wynhoff, „hätte ich schon, aber ich bin eigentlich ein Trainer, der seinen Spielern auch nach schlechten Spielen weiter vertraut“.
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