Der TSV Dormagen hat sich im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung vor einem überragenden Torhüter Jens Vortmann gelang gestern Abend ein verdienter 28:23-Sieg über den TuS N-Lübbecke.
Die nächsten Spiele
Der Spielplan beschert dem TSV Dormagen nacheinander die beiden dicksten Brocken in der "stärksten Liga der Welt" überhaupt: Am Aschermittwoch (17. Februar, 20.15 Uhr) gastieren die Dormagener beim amtierenden Deutschen Meister THW Kiel in der Kieler Ostseehalle. Und eine Woche später (24. Februar, 20.15 Uhr) gibt der aktuelle Tabellenführer HSV Hamburg seine Visitenkarte in der HRC-Arena ab. Dort verloren die Hamburger in der vergangenen Saison sensationell mit 27:28.
Dormagen. Zwei Minuten waren noch zu spielen gestern Abend, da durfte Daniel Schlingmann zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnuppern in seiner noch jungen Karriere als Handball-Torhüter. Besser als mit der Einwechslung des 19-Jährigen, der sonst zwischen den Pfosten des Regionalliga-Teams seinen Dienst verrichtet, hätte die Überlegenheit des TSV Dormagen beim 28:24-Sieg (Halbzeit 13:9) über den TuS N-Lübbecke nicht demonstriert werden können.
Schlingmann löste den gerade mal drei Jahre älteren Jens Vortmann zwischen den Dormagener Pfosten ab – und der hatte zuvor 58 Minuten lang eine überragende Leistung geboten. 21 gehaltene Bälle standen am Ende für den ehemaligen Junioren-Vizeweltmeister auf dem Spielbericht. Mit gleich sechs Paraden in den ersten achteinhalb Spielminuten zog Vortmann den Gästen aus Lübbecke direkt in der Anfangsphase den Zahn.
Die Hallen-Uhr zeigte gerade mal 8:24 Minuten, da nahm TuS-Trainer Patrik Liljestrand schon seine Auszeit. Viel Besserung brachte der Schwede nicht in die Reihen der uninspiriert und müde wirkenden Ostwestfalen, die im gesamten Spielverlauf stets einem Rückstand hinterherliefen. Und das hatten die Dormagener nicht nur ihrem Torhüter zu verdanken, sondern auch einer geschlossenen Mannschaftsleistung auf dem Feld, aus der gestern keiner herausragte, aber auch keiner richtig nach unten abfiel.
Selbst der oft unglücklich wirkende Konstantinos Chantziaras bot gestern Abend ein Höchstmaß an Konzentration und überzeugte mit seinen drei Toren bis zur Pause. So nahmen die Dormagener eine verdiente 13:9-Führung mit in die Kabine, hätten aber bei etwas besserer Chancenverwertung vor allem aus Gegenstößen schon höher führen können. Dies schien sich im zweiten Durchgang zu rechen, denn durch einen Gegenstoß des Ex-Dormageners Oliver Tesch hatten die Gäste bis zur 38. Minute bis auf 14:15 aufgeschlossen. Doch es spricht für die gewachsene spielerische Klasse und Nervenstärke der Dormagener, dass sie sich dadurch nicht beeindrucken ließen. Im Gegenteil, sieben Minuten später hieß es 21:15, weil jetzt nicht nur die Anspiele an den Kreis kamen, sondern Sebastian Linder sie auch erfolgreich verwertete. Und weil der im zweiten Durchgang eingewechselte Max Holst, der doch noch rechtzeitig seine Spielberechtigung erhalten hatte, einen Sahnetag erwischte, gaben die Hausherren das Spiel nicht mehr aus der Hand. Als sie dann 28:21 führten, durfte sogar Schlingmann ins Tor. Dass er noch einen Ball hielt, war die Krönung eines gelungenen Handballabends.
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