Olympiasiegerin Carol Hunyh und Weltmeisterin Martine Dugrenier geben sich die Ehre: Die beiden Kanadierinnen führen die Liste der 260 Ringerinnen an, die ab Freitag beim Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland in Dormagen am Start sind.
Sie waren die Pioniere: Unter dem Datum Februar 1982 steht "Gründung der ersten weiblichen Ringergruppe in Deuschland" in der Vereinschronik verzeichnet. Kurz darauf veranstaltete der AC Ückerath erstmals ein Internationalen Turnier für Ringerinnen. 28 Jahre später ist daraus die größte und bedeutendste Veranstaltung im deutschen Frauenringen geworden – der 7. Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland, der am Samstag um 9 Uhr mit dem Einmarsch der Nationen beginnt.
Zwanzig werden es sein, die dann im weiten Rund der Dormagener HRC-Arena Aufstellung nehmen, darunter in Carol Hunyh die Olympiasiegerin von Peking in der Klasse bis 48 Kilogramm, in Martine Dugrenier (beide Kanada) die amtierende Weltmeisterin (67 Kilogramm), außerdem die Olympiazweite Alena Kartashova (63 Kilogramm), die WM-Zweite Ekaterina Bukina (beide Russland), die im Vorjahr die Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm gewann, und Vize-Weltmeisterin Kristin Marano (USA), die in der gleichen Kategorie startet.
Von Ückerath werden sie nicht viel zu sehen bekommen. Längst ist das Turnier zu groß, um in beschaulicher Dorfatmosphäre ausgetragen zu werden. 260 Teilnehmerinnen werden erwartet, 140 bei Frauen und Juniorinnen, nicht ganz so viele bei den Kadetinnen. Dass es gut 100 weniger sind als bei der Rekordauflage im vergangenen Jahr, ficht Detlev Zenk nicht an. "Das macht die organisatorischen Herausforderungen etwas kleiner", sagt der Vorsitzende des AC Ückerath. Außerdem fehlen in den jüngeren Altersklassen etliche Ringerinnen, weil sie sich gleichzeitig im polnischen Poznan für die "1. Olympischen Spiele der Jugend" qualifizieren möchten, die vom 14. bis 26. August in Singapur ausgetragen werden.
Auch die Ückeratherin Laura Mertens ringt dort statt beim eigenen Turnier. Ansonsten ist die Teilnahme am Grand Prix geradezu Pflicht für alle Kaderathletinnen, nicht nur des AC Ückerath, sondern des gesamten Deutschen Ringerbundes. Im vergangenen Jahr gelang keiner von ihnen ein Sieg. Lokalmatadorin Natascha Ballas immerhin kämpfte sich bis ins Finale der Klasse bis 59 Kilogramm vor, wo sie der Schweden Johanna Mattson unterlag. Diesmal startet sie wie ihre Schwester Franziska in der nächstniedrigeren Gewichtsklasse, der bis 55 Kilogramm.
Ballas ist der eine Name, der untrennbar mit Ückerath und Ringen verbunden ist. Rolf Ballas war 1981 sogar "NGZ-Sportler des Jahres", Detlef Ballas ist Trainer am Dormagener Bundes- und Landesstützpunkt. Zusammen mit Heinz Schmitz, dem Pionier des Frauenringens, der schon 1982 beim ersten Turnier dabei war.
Vorsitzender des AC Ückerath war damals Hans von Zons. Nach ihm ist der Grand Prix im "Untertitel" benannt. In die Organisation ist der Ehrenvorsitzende immer noch eingebunden. So schließt sich der Kreis.
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